XING-Tutorial: Wie kann man sich dort vor Abmahnungen schützen?

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Kommentar von Moritz »mo.« Sauer:
Erwähnen sollte man, dass der Link zum Impressum wirklich futzelklein am Ende des Profiles auftauch. Finde ich sehr dürftig von Xing gelöst. Auch doof von Xing, dass man auf diese Geschichte nicht hingewiesen wird.

Kommentar von JUICEDaniel:
Das ist doch völlig besch… wann wird die deutsche Rechtssprechung hier endlich mal angepasst? Dieses Verhalten ist doch einfach nur albern (von den Anwälten).

Kommentar von Volker Rieck:
Es gibt noch keinerlei Bestätigung dafür, dass das alle Xing Profile betroffen hat.
Bisher sind nur Fälle bekannt, in denen sich Anwälte untereinander wegen UWG geharkt haben.
Ich wünschte mir, dass solche Fälle vorher etwa gründlicher recherchiert werden.
Eine Abmahnwelle ist das jedenfalls noch nicht. Xing hat das selber so kommentiert.
Das hat auch nichts damit zu tun, ob es jetzt gut oder schlecht ist, dass auch Xing Profile ein Impressum haben müssen. Ich finde es auch merkwürdig, weil Xing eigentlich dafür da ist, Kontaktdaten auszutauschen.

Aber egal, nicht gleich beim Wort Abmahnung Beißreflexe zu haben. Der Fall ist etwas anders geartet.

Kommentar von Lars Sobiraj:
Die Angelegenheit wurde noch nicht vor Gericht verhandelt. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird ein XING-Profil aber juristisch ähnlich wie eine Seite bei Facebook behandelt. Von daher sind weitere Abmahnungen möglich und könnten sogar vor Gericht bestätigt werden, weil XING im Regelfall keinen privaten Zweck erfüllt. XING dient der Kontaktaufnahme im B2B-Bereich. Facebook hingegen hat einen weit privateren Charakter, weil dort größtenteils persönliche Mitteilungen veröffentlicht werden.

Kommentar von Lars Gunmann:
Hier gehört wirklich mal etwas getan, so dass Impressumspflicht für Privatpersonen und auch für Freiberufler komplett wegfällt. Nur Firmen sollten so etwas haben müssen. Im Ausland müssen das teilweise nicht mal Firmen auf ihrer Website haben!

Auch die Kindle-Autoren diskutieren darüber, ob ein Impressum ins eBook muss, und wenn ja, ob es an den Anfang muss (was kontraproduktiv ist, da es dann einen Teil der Leseprobe einnimmt). Eine eMail-Adresse am Ende sollte genügen. Wenn es Probleme mit dem eBook gibt, sollte man sich als Leser ohnehin zuerst an die jeweilige Verkaufsplattform wenden.

Das Problem ist einfach, dass alles Geschriebene, auch Webseiten, noch unter Druckerzeugnis fällt (Hinter dem früher hauptsächlich Verlage standen). Das Gesetz ist also einfach zu alt und entspricht nicht den modernen Anforderungen. Gleiches gilt für die Buchpreisbindung.

Ich hatte damals die Hoffnung, die Piratenpartei würde sich solchen Themen annehmen und moderne Lösungen finden, aber mehr als Kutschenvergleiche und interne Streitereien gabs bisher wohl leider nicht.

Auch das Urheberrecht könnte so reformiert werden, dass Konsumenten wie Kreative davon profitieren (und nur Rechteverwerter und Piraten (nicht die Partei) eben nicht, die (wie mir auffiel) ja oft ähnliche Ansichten vertreten, weil sie beide mehr als es angemessen ist von Konsumenten und Kreativen profitieren wollen). Das ist auch gerade in Hinsicht auf immer größer werdende Anteile von User Generated Content wichtig, wo sich die Begriffe Konsumenten/Kreative immer mehr vermischen.

Schließlich gibt es ja kaum Menschen, die man nur als Kreativ oder nur als Konsument bezeichnen könnte. (Vergleich: Für die Politik und die Statistik sind „Steuerzahler“, „Arbeitnehmer“ und „Konsumenten“ ja oft völlig unterschiedliche Personengruppen.)

Und man sollte auch wirklich komplett anonym seine Meinung sagen dürfen, nicht nur weil die Kindergärtnerin als Hobby gerne Porno-eBooks veröffentlichen möchte. Auch Whistleblower müssen im Ernstfall vor dem eigenen Staat bzw. dessen Geheimdienst gesetzlich geschützt werden. Ich will niemandem was unterstellen, aber sowas sollte nicht auf Vertrauensbasis geschehen („Unsere Politiker tun sowas doch nicht, sie sind alle liebe Menschenfreunde, moralisch unerschütterlich, gesetzestreu und auf keinen Fall bestechlich“), sondern gesetzlich so geregelt sein, so dass sich ein Staat gar nicht gegen sein eigenes Volk stellen kann.

Verdammt, das ist jetzt echt schon sechs Jahre her? Krass wie die Zeit vergeht!