Werte gestern und heute – braucht unser Urheberrecht ein Update?

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Kommentar von Mr. J:
Ich denke die Industrie hat ein paar grundsätzliche Fehler mit diesem damals neuen Medium gemacht. Hätte man offensiv versucht Vertriebsplattformen aufzubauen anstatt das Internet erstmal zu verteufeln, wäre man heute dort sicherlich deutlich präsenter. Stattdessen war Apple der erste Konzern der dort richtig eingestiegen ist und auch jetzt noch gute Gewinne daraus zieht.

Ein generelle Abschaffung des Urheberrechts dürfte auch Quatsch sein, wenn man mal kurz darüber nachdenkt. Allerdings sollten die Zeiten deutlich angepasst werden. Patente gelten z.B. für 25 Jahre, nicht länger. Für mich stellt sich da die Frage warum z.B. Musik eine deutlich längere Laufzeit als ein Patent verdienen sollte und 25 Jahre Schutz sollten auch für künstlerische Werke durchaus ausreichend sein um einen ansehnlichen Gewinn zu generieren.

Den Sinn von Kopierschutzmaßnahmen sollte man übrigens nochmal dringend evaluieren. Auf dem momentanen Stand halten Kopierschutzmaßnahmen eine unzulässige Kopie nicht wirklich lange auf, aber sie bedeuten meistens eine Einschränkung für den ehrlichen Käufer. Jeder kennt sicherlich die frustrierenden Momente von Zwangswerbung auf DVDs oder dass eine Musik CD sich nicht wiedergeben lässt. So ein Schutz ist ein Verkaufshindernis, vertreibt ehrliche Kunden und erzeugt auch noch zusätzliche Kosten für den Publisher.

MfG
Mr. J

Kommentar von Lars Sobiraj:
Sie haben das Internet nicht ernst genommen, viele Manager haben das Internet lange Zeit nicht verteufelt. Als die Dotcom Blase platzte, fühlten sie sich noch in ihrer Ansicht bestätigt. Davon profitierte neben Apple noch Amazon. Heute wird die meiste Musik online von Firmen vertrieben, die ursprünglich nie etwas mit dem Thema Musik zu tun hatten. :wink:

Kommentar von Lars Gunmann:
„Dieser Vergleich mit dem Ende der Kutschen hinkt auch deswegen, weil analog gespeicherte Musik lediglich von digital gespeicherter Musik abgelöst wurde. Ob auf Schellack, oder später auf Polyvinchlorid oder Polycarbonat gepresst oder in Form einer Wave-Datei oder MP3, es geht damals wie heute um Musik.“

Stimmt schon. Mann kann eigentlich auch sagen, Musik, Filme und Bücher waren noch nie physisch, denn wichtig war und ist ja nicht der Datenträger (was auch eine Schallplatte, die Filmrolle oder das Buchpapier sein kann), es sind die darauf enthaltenen Daten.