Von Einem der auszog, ganz allein ein Buch zu veröffentlichen

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Kommentar von Thomas:
Guter Beitrag der zum nachdenken anregt.

Kommentar von Dr.Klusenbreuker:
Tja, Thomas,

da siehst Du mal wie es uns Musikern und Komponisten schon 15 Jahre früher erging.
Jetzt seit also Ihr Schriftsteller dran. Ich habe bei Deinem Text eines doch sehr vermisst: die Schuldzuweisung an die Richtigen: Valentin Fritzmann(megadownload), Kim Schmitz(megaupload), Christian Schmid(rapidshare) um mal die fetten 3 zu nennen. Diese haben an den copyright Verstössen bisher im 3 stelligen Millionenbereich verdient.
rapidshare hat Millionen an Dusko Grayling für Lobbyarbeit in Washington bezahlt (und ist deswegen als einziger bisher nicht verhaftet worden?).

Dank Lobbyarbeit gibts auch die dazugehörige PiRatten Partei und deren Kosten trägt auch noch der Steuerzahler.(Wo ist eigentlich die megadownload Partei?)

Das fette Ekel macht fröhlich aus Neuseeland weiter und unsere „Presse“ hyped jeden Furz von ihm durch den analogen und digitalen Blätterwald und stylisiert ihn zum Helden derjenigen, die Dein Buch bei rapidshare hochladen!

Kommentar von Bara Rabe:
Danke für diesen aufschlussreichen, interessanten Artikel. Gerade, wenn man wie ich sich erst mit dem Gedanken trägt zu veröffentlichen, sind die hier angestoßenen Überlegungen unverzichtbar.

Kommentar von Sabine:
Danke für diesen guten Hintergrund-Artikel. Zum einen habe ich noch einiges über das Verlagswesen erfahren, das ich bisher nicht wusste. Zum anderen sensibilisiert es dafür, dass es nichts umsonst gibt. Irgendwer zahlt immer für eine Leistung -in diesem Fall der Autor selber.
Sei noch hinzugefügt, dass ich aus Achtung vor der Leistung Raubkopien ablehne (das Wort Raub sagt ja auch schon aus, worum es sich handelt). Mir aber wünschen würde, dass es nicht so viele unterschiedliche Formate und Reader gibt.

Kommentar von does not care:
Selber Moralapostel spielen, aber vorher Musik illegal kopieren. Selbst wenn die Originale vorhanden sind, bleibt es eine illegale Kopie! Völlig egal, wie da die Betrachtungsweise heute drauf ist, der Musik-Industrie hat es damals genauso geschadet, wie „Buchpiraten“ heute den Verlagen und Autoren schaden.

Die Musik-Industrie konnte übrigens erst die illegale Verbreitung eindämmen, nachdem sie ihr Geschäftsmodell geändert hat! Vielleicht sollte da mal jemand drüber nachdenken.

Auch widersprechen Preisänderungen dem Buchpreis-Bindungs-Gesetz. Sind eBooks auch Bücher (wie es uns die Buch-Branche weiss machen will), so muss auch hier die Buchpreis-Bindung gelten. Preis-Aktionen widersprechen dem und sind entweder illegal, oder es gilt keine Buchpreis-Bindung!

Es widerspricht auch niemand, dass ein Buch-Produktion Geld kostet. Ganz egal, ob es sich um selbstverlegte Titel oder um Verlags-Titel handelt. Die Frage ist, wie kann der Autor trotzdem Geld verdienen, und der Kunde bekommen, was er will.

Ein Einschlagen auf „Buchpiraten“ ist da ziemlich kontraproduktiv. Denn diese „Buchpiraten“ bedienen lediglich eine Nachfrage. Vorrangig sollte es also um die Diskussion gehen, wie man die Nachfrage so bedienen kann, dass nicht Dritte (unsere „Buchpiraten“) davon profitieren! Welche Modelle kann es geben, damit Autoren von ihrer Arbeit leben können, und die Preise trotzdem so sind, dass man dafür bereit ist zu zahlen.

Vielleicht sollte also mal jemand über Alternativen nachdenken. Wie sieht es mit Crowd-Funding-Plattformen aus? Wie sieht es damit aus Lektorat und Korrektur an die Leser auszulagern? Ein Titel wird also vorveröffentlicht, und eine Community kümmert sich um die Professionalisierung. Wie kann Werbung so gestaltet werden, dass sie effekt ist, aber kein Geld kostet? Wie kann eine Lesung aufgezogen werden, damit die Autoren einen fairen verdienst heraus kriegen.

Das sind alles Dinge, über die man sich Gedanken machen sollte. Nicht darüber, wie die „Buchpiraten“ einen in den Ruin bringen, oder wie viel ein Titel gekostet hat. Alternativen präsentieren, ausprobieren und ausarbeiten. Darum sollte man sich kümmern!

Kommentar von Erich Virch:
https://virchblog.wordpress.com/2013/11/13/jenke-ich-bleibe-uber-nacht/

Kommentar von Thomas Elbel:
Erst mal zu den Fakten:

  1. Der Download einer digitalen Kopie eines Werkes das man bereits legal auf Tonträger gekauft hat, fällt m.E. unter die Privatkopieschranke. Ich wollte mein damaliges Verhalten allerdings keinesfalls entschuldigen, sondern einfach meine Lernkurve nachzeichnen und ehrlich sein. Wenn das nun ein Argument gegen mich sein soll, sei’s drum.
  2. Preisaktion für Bücher verstoßen mitNICHTen gegen die Buchpreisbindung, wenn sie auf allen Verkaufsplattformen gleichzeitig gelten. Da ich nur über Amazon verkaufe, kann ich den Preis ändern, wie ich lustig bin, ohne dagegen zu verstoßen.
    Die Bewusstseinsveränderung der Musikindustrie, die sie ansprechen, war im Wesentlichen ITunes. Dieses Modell gibt es im Buchbereich längst. Mittlerweile gibt es mit Amazon Prime und ähnlichen Angeboten sogar Flatrates.
    Lektorat und Korrektorat durch Leser reichen nicht mal ansatzweise. Mein Buch hatte vier literaturaffine Betaleser, eine davon professionelle Buchkritikerin. Die haben sicherlich wertvollen Input gegeben, aber der Lektor hat dann darüber hinaus noch gut 2000 stilistische, logische oder grammatische Unstimmigkeiten gefunden. Und die Korrektorin dann noch einmal gut 1500 weitere grammatische, orthographische, interpunktionelle Unstimmigkeiten. Kein freiwilliger Leser wird dem Text jemals die Aufmerksamkeit widmen, die ein professionelles Lektorat oder Korrektorat bedeutet, denn das ist deutlich mehr, als das Buch einfach nur zu lesen. Das ist Kleinfieselei auf jeder Seite mit Duden auf dem Schoß und Notizzettel (Logikfehler) neben dem Text. Und deswegen kommt das nur als bezahlte Leistung in Betracht.
    Crowdsourcing hört sich schön an, aber schauen Sie mal auf Deutschlands größte Plattform www.startnext.de und wie traurig es da im Buchbereich aussieht. Keiner zahlt freiwillig für einen Autoren von dem er noch nie was gehört hat. Würde ich auch nicht. Woher weiß ich, dass der überhaupt die notwendige Zähigkeit um sowas zu Ende zu bringen. Und wenn Sie meinen Artikel richtig gelesen haben sehen Sie, dass ein Autor Kosten inklusive allein zur Abdeckung seiner Arbeitsstunden leicht 20-40 Tsd. Euro zusammenbringen müsste, um das Buch dann völlig freizugeben.
    Glauben Sie mir, dass ich u.a. Kollegen uns sehr intensiv mit Werbung beschäftigt haben (was auch sehr viel Zeit kostet und eigentlich nicht Aufgabe eines Schriftstellers sein sollte) und es gibt da keinen Königsweg. Auch das Thema Lesungen ist endlos durchgenudelt. Es gibt so viele Möchtegernautoren die liebend gern in der Hintertupfinger Dorfbibliothek freiwillig aus den Memoiren ihres Hamsters lesen möchten, dass der Markt für so was versaut ist. Typisches Argument des gängigen Buchhandlers, der den Autoren nicht bezahlen will: „Ist doch kostenlose Werbung für Sie.“
    Es gibt sie einfach nicht diese ominösen „Neuen Geschäftsmodellé“, von denen die Piratenszene dauernd schwafelt. Sonst hätte die längst jemand beschritten, und zwar nicht nur einer, sondern tausende. Verlage müssen sich ändern, aber in ihrer Rolle als Geber eines nicht rückzahlbaren Buchschreibedarlehens, Berater und Entwickler von Autoren und Veredeler von Manuskripten wird man sie auch in hundert Jahren noch brauchen.

Kommentar von Michaela:
Danke für den tollen Artikel.

Wer überlegt, selbst ein Buch auf den Markt zu bringen, der wird viel daraus ziehen können.

Die Kosten unterschätzt man nämlich gerne.
Natürlich kann man immer sparen, aber das zahlt sich - gerade, was das Lektorat und Korrekturlesen angeht - nicht aus.

Die Ideen von does-not-care bezüglich den Alternativen finde ich angebracht.

Vielleicht sollten „die Autoren“ eine Plattform zum brainstormen auf die Beine stellen?
Wäre doch spannend, was da an Ideen & möglicherweise Lösungen zusammenkommt.

Kommentar von Ein Leser:
„Mein Traum wäre mit dem Schreiben so viel verdienen zu können, dass ich in meinem derzeitigen Hauptberuf nur noch halbtags arbeiten muss und trotzdem meine Familie ernähren kann.“

Sein Dilemma hat sich doch schon, wie er selber schreibt, mit dem Erscheinen des zweiten Buches angekündigt: Niemand wollte es lesen. Wohlmeinende Freunde hätten ihm zu diesem Zeitpunkt raten sollen, sich entweder eine andere Verdienstmöglichkeit zu suchen ( ein Produkt zu schaffen, das auch nachgefragt wird ) oder die Schreiberei weiter als liebgewonnenes Hobby zu betreiben und sich von der Idee zu befreien, dass seine Romane irgendjemanden interessieren.

Völlig vermessen erscheint mir seine Hoffnung, von der Schreiberei leben zu können. Das erinnert mich leider an die Fantasien eines Teilnehmers von DSDS… Thomas Elbel hat einmal den zweiten Platz für das beste Debüt beim Deutschen Phantastik Preis in irgendeinem Jahr gewonnen. Wer erinnert sich noch an den 3. Platz des Ingeborg Bachmann-Preises 2011? Oder an der 4. Platz von DSDS 2010?

So interessant dieser Beitrag auch ist, wenn er von den Kosten des Selfpublishing schreibt und so sympathisch Herr Elbel seinen Werdegang als Schriftsteller beschreibt, fügt er dem Thema Piraterie wenig Erhellendes hinzu. Ganz im Gegenteil: es scheint mir, dass er die Piraterie als Entschuldigung nimmt, warum er als Autor nicht erfolgreich ist. Leider, leider muss ich hier Spiegelbest zustimmen: er kann froh sein, wenn ihn wenigstens die Piraten wahrnehmen. Und auch in dem Pirateriebereich bedeutet ein Upload nicht automatisch, dass es einen Download gibt. Herr Elbel kann sich auch nicht einfach der Hoffnung hingeben, daß Freunde der illegalen Ebookbeschaffung automatisch Freunde des Selfpublishing und ihrer Autoren sind.

Sein Werdegang beschreibt sehr schön, warum es Autoren im selfpublishing gibt: es sind Autoren, die unbedingt ihr Werk veröffentlicht sehen wollen, auch wenn sie in einem Segment schreiben, das entweder niemanden interessiert ( sagt er ja selber), wenn sie in einem Segment schreiben, das geradezu überflutet wird von Autoren, die hier Geld verdienen wollen ( Dystopien! ) und es sind Autoren, die von Verlagen abgelehnt wurden oder keine Chance haben, in einem Verlag veröffentlicht zu werden.

Ich möchte an dieser Stelle auch einen Beitrag zitieren, der in einem anderen Forum erschien zu Herrn Elbels Aufsatz, der durchaus wahrgenommen wird:

„Andersrum geht es nämlich auch; Bücher von Selfpublishern, die zunächst als ebook kostenlos durch die Szene gereicht werden. Dann durch Mundpropaganda in die entsprechenden Leseforen gelangen, von den dortigen Usern bei Amazon erworben werden. Und dann bei Amazon so erfolgreich sind, das sich ein Verlag bei der Autorin meldet, das Buch schließlich verlegt und gedruckt wird.
Beispiel; Carina Bartsch mit kirschroter Sommer/ türkisgrüner Winter.
Das Buch hat jetzt so viele Käufer, das es Frau Bartsch völlig egal ist, ob es auf irgendwelchen Piratenseiten für lau zu haben ist. Frau Bartsch hat übrigens für ihre Ebooks extra einen verlag gegründet. Als die erfolgreich waren (und das wurden sie eben durch Mundpropaganda, begeisterte Leser in den Foren!), hat Rowolt bei ihr angefragt. Die Taschenbücher sind dort rausgekommen.“

Kommentar von Dr.Klusenbreuker:
Ja bitte, RTL Extra natürlich mit dem jekken Jenke. Aber auch Spiegel und Zeit widmen dem fetten Ekel tausende wohlwollender Worte, begeistern sich über seinen Reichtum und wie lässig er ihn demonstriert. Natürlich gründet er auch eine Partei. Ich muss mich übrigens korrigieren: die Lobby Firma heisst DUTKO GRAYLING:
https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/summary?cycle=2012&id=D000065023

hier kann man nachlesen wieviel rapidshare jährlich an die Lobby Truppe gezahlt hat!

Kommentar von Kaspar Dornfeld:
Bitte genau informieren. Die Buchpreisbindung besagt nicht, dass Preise nicht in Sonderaktionen geändert werden dürfen, sondern nur, dass es nicht das Recht der Verkaufsportale ist, das zu tun. Das Recht liegt hier allein beim Verleger, der aber sehr wohl mit dieser Methode arbeiten darf.

Auch das jemand mal Musik kopiert hat, ist absolut kein Grund, sich aufzuplustern.

In einem Punkt gebe ich meinem Vorredner allerdings recht: Womöglich ist es wirklich an der Zeit, über Geschäftsalternativen (wie auch immer die aussehen können) nachzudenken. Der Verfasser des Artikels kommt nach eigener Aussage sehr aus dem klassischen Buchverlagsdenken und führt auch die gleichen Argumente ins Feld: „Verlage und Buchhändler können ja nichts dafür, dass ich nicht genug Geld bekomme. Die wollen doch nur das Beste und haben leider leider keine andere Wahl… Schuld sind die bösen Umsonstleser.“ Natürlich gibt es die, und das wird von mir auch nicht verteidigt, lenkt aber vom eigentlichen Problem ab. Und da wiederholt sich das, was die Musikindustrie und die Filmindustrie erlebt haben, und beide zeigen mit dem gleichen nackten Finger auf die bösen Raubkopierer (die, das wird sich gerade im Buchbereich kaum bestreiten lassen, eine Minderheit ausmachen).
Es handelt sich seitens der Verlage in erster Linie (sehen wir von kleinen idealistischen Unternehmen oder kurzen seltenen Funken bei den Großen mal ab) oft um das Problem, das unternehmerische Risiko so gut es geht minimieren zu wollen. Und wer kennt sie nicht die ewig gleichen Begründungen: "Die Leser / Hörer / Zuschauer wollen doch nur diesen und jenen Quatsch. Die Statistik belegt es. Etwas wagemutigeres zu produzieren ist ein zu großes Risiko. " usw. Die Auswüchse dieser Behauptungen sind so vielfältig wie gleichbedeutend: Bloß kein Risiko eingehen. Bloß keinen Cent verlieren. Bloß nicht auf lange Zeiträume bei der Unternehmensentwicklung setzen. Bloß nicht das verlegen, was fundamental scheitern kann, sondern immer das, was bitte sofort seinen Markt findet. Und es bleibt eine Tatsache: Aus durchschnittlicher Kunst (denn auch die meisten AutorInnen spielen da ja mit und schreiben eben den Erfolg vom letzten Jahr so lange nach, bis es wirklich keiner mehr kauft) entsteht auch bestenfalls durchschnittliches Kaufverhalten von dem irgendwann keiner mehr leben kann, außer dem Verleger, und der wird jammern, dass er ja auf garkeinen Fall an irgend etwas schuld sei. „50 Shades of Grey“ oder „Harry Potter“ sind da im besten Fall die Möhre, hinter der der Esel heißhungrig trottet.

Nein, so lange keine grundsätzliche Einsicht herrscht, dass Schreiben UND Verlegen ein Geschäft für den Wagemutigen ist und nicht nur für den, der es sich als Nebenbeiberuf leisten kann, so lange lieber die Leserschaft kriminalisiert wird (und nichts anderes tut DRM, sowie die Behauptung des Raubkopierens als große Armutsursache unter Künstlern), als nach Geschäftsalternativen gesucht, die sich den Zeitläuften anzupassen versteht, wird sich daran nichts ändern. Und ich sehe auch nicht, warum die, die sich an der Nährung des Falschen beteiligen, das Recht haben sollten, es weg zu tönen!

Kommentar von Dr.Klusenbreuker:
Einschlagen auf „Buchpiraten“ ist ja so UN-piratebay-Parteiisch. Dann schlage ich als Alternative vor: Einschlagen auf Betreiber von filesharing hostern.

Kommentar von Peter:
Gratulation zu Ihrem interessanten, aber offenbar auch teurem Hobby. Denn ausweislich der Website Ihrer Uni sind Sie dort ja seit 2011 als Professor in Vollzeit tätig. Schön, wenn einem der Beruf noch so viel Zeit für das Hobby lässt. Für wissenschaftliche Veröffentlichungen hat es laut der Website ja seit 2011 leider nicht mehr gereicht.

Wie praktisch, dass auch beim dritten kommerziell nicht sonderlich erfolgreichen Buch immer noch pauschal die bösen Piraten schuld sind und dem Autor offenbar kein Hauch von Selbstzweifel plagen.

Kommentar von Roland Rafael Repczuk:
Ein sehr transparenter Bericht beleuchtet die Hintergründe und kommt zu einem ernüchternden Fazit. Kultur lohnt sich nicht.
Piraterie wird sich schlussendlich selbst austrocknen und jede Form des Schöngeistigen ebenfalls.
Der Appell ist sicherlich richtig, jedoch fürchte ich, dass er in den Weiten des Netzes verhallt.

Kommentar von Hartmut Noack:
Ich will mich erst mal an den Teil des Artikels halten, dem ich zustimmen kann. Auch ich halte es für hochgradig skandalös, dass kommerzielle Anbieter unlizenzierter Inhalte nicht dazu gezwungen werden, angemessene Beteiligungen an die Urheber zu bezahlen. Ich denke auch, dass diese Anbieter Takedown-Aufforderungen umgehend befolgen müssen. Es gibt durchaus erfolgreiche Plattformen wie Vimeo, die mit solchen Bedingungen auch wirtschaftlich gut zurecht kommen.
Dass Herr Elbel in diesem Artikel nicht sehr konkret auf die Leute eingeht, die wie er früher unlizenzierte Inhalte herunter laden ist wahrscheinlich besser so. An anderer Stelle habe ich von ihm schon einige geradezu ekelhafte Einlassungen gelesen. Die Sache ist nämlich die, dass man durchaus überall da eingreifen kann, wo Geld fließt. Denn sämtliche kommerzielle Aktivitäten benötigen den Schutz des Staates, sie können allenfalls in sehr kleinem Rahmen ohne staatliche Akzeptanz arbeiten.
Aber private Internetnutzer, die kein Geld, sondern wirklich nur Inhalte in dezentralisierten Netzen austauschen, können das durchaus im Geheimen tun. Und das ist eine Möglichkeit, die für kein Urheberrecht oder sonst ein kommerzielles Privileg in Zweifel gezogen werden darf.
Eine pauschale Abgabe auf die Internetanschlüsse, die sowas möglich machen, wäre durchaus akzeptabel. Leute wie ich, die zwar große Datenmengen umsetzen aber praktisch nie illegale Angebote nutzen, müssten das zwar mitbezahlen aber wenn es tatsächlich Urhebern zukommen würde, wäre das Geld immerhin für einen vernünftigen Zweck abgezogen.

Aber die Unterbindung des privaten Tauschens ohne Geld würde Maßnahmen erfordern, gegen die die Stasi der DDR vergleichsweise harmlos erscheinen würde.

Kommentar von Anarchist:
Sehr umfangreicher Beitrag, danke.

Denke es ist im Selbstverlag nicht unbedingt nur wegen der unlizenzierten Kopien so schwierig. Sondern weil es ein großes Überangebot gibt. Früher haben die Verlage da als Filter gedient der das Angebot stark verknappt hat. Heute kann jeder im Selbstverlag Bücher raushauen, denke da gibt es die Tendenz zur Überproduktion und dann in der Masse (einige wenige star autoren abgesehen) entsprechende Absatzprobleme. Daher denke ich das hier ein zentrales Problem für viele Urheber durch die kapitalistischen Marktgesetze ausgeht.

Das trifft dann ja nicht nur Urheber sondern immer mehr Menschen die es in der herrschenden Ökonomie schwer haben irgendwie über die Runden zu kommen.

Kommentar von does not care:
Getroffene Hunde bellen. Ich habe keine Rechtfertigung erwartet. Ich habe lediglich Vorschläge machen wollen, um eine Diskussions-Grundlage zu haben. Ansonsten habe ich auch nichts mit „Buchpiraten“ zu tun.

Aber diese Engstirnigkeit, die Sie hier an den Tag legen, ist genau das Problem einer ganzen Branche! Natürlich funktioniert Crowd-Founding nicht ohne Namen, und natürlich ist es schwierig dafür Leute zu finden. Auch kostet es Mühe Leute für ein Lektorat zu bekommen. Das alles stelle ich auch nicht in Frage! Genauso wenig, wie ich in Frage stelle, dass es Geld kostet zu schreiben.

Aber so lange alle rum heulen und keiner mal wirklich einen Weg beschreitet, und einen Anfang macht, so lange wird sich nichts ändern. Die verhassten „Buchpiraten“ machen nichts weiter, als einen Markt zu bedienen, den es gibt, weil die Nutzer unzufrieden sind. Genau das Modell hatte die Musik-Industrie und ist grandios gescheitert.

Was ich meine ist auch nicht iTunes sondern Flatrates. Erst seit Napster, Simfy und Spotify spielen Raubkopien im digitalen Musik-Markt keine Rolle mehr. Diese Entwicklung war hart, und es mussten Dritte kommen, um den Markt zu entwickeln. Die Musik-Industrie war dazu nicht in der Lage. Ich hege nun die wage Hoffnung, dass die Buchindustrie ENDLICH aufwacht und sich traut neue Wege zu gehen.

Und neue Wege bedeutet nicht zwingend eine Flatrate. Es bedeutet sich endlich mit dem Netz auseinander zu setzen. Es bedeutet wahr zu nehmen, was die Nutzer wollen. Es bedeutet zu begreifen, dass der Konsument auch Produzent ist, und dass es gillt, dieses Feedback einzusammeln und einem Nutzen zuzuführen.

Crowd-Founding, Nutzer-Lektorat und was weiß ich nicht, könnte eine Grundlage sein, um eine Community aufzubauen, die als ganzes funktioniert. Wo sich Nutzer z. B. in einem Titel festbeißen können, und die Geschichte mitentwickeln können. Wo auf Wünsche, Anregungen und Kritik reagiert und eingegangen wird, und wo daraus etwas großartiges Neues entsteht.

Natürlich funktioniert das nicht für jeden, und nicht immer, aber wieso nicht mal endlich die festgefahrenen Wege verlassen, und neue Konzepte nutzen. Es gibt wenig wirklich innovatives und ehrlich gesagt, sehe ich die „Alten“ der Branche - insbesondere diverse Verlage und deren festgefahrenheit - als Bremse im Getriebe. Aber ich muss auch feststellen, dass die Autoren ebenfalls sehr engstirnig sind, und offensichtlich kein Interesse daran haben, sich auf eine neue Situation einzulassen.

TorBoox war nicht nur einfach eine Download-Seite. Es war eine lebende Seite. Mit Forum, Kommentaren und Regalen. Das alles war teilweise interessanter als die Downloads selber…

Zu Ihrer Kritik meiner vorigen Äußerungen gehe ich nicht ein, da ich kein Rechtsanwalt bin. Ich enthalte mich daher der weiterne Diskussion.

Kommentar von Thomas Elbel:
Geht es immer nur mit persönlichen Angriffen. Vielleicht hätten Sie ja einberechnen können, das die Geburt eines Kindes durchaus auch veröffentlichungsverhindernd ist und das so ein Veröffentlichungsverzeichnis nicht immer auf dem neuesten Stand ist und das Fachhochschulprofessuren ihren Schwerpunkt in der Lehre und nicht in der Forschung haben und … und … und.

Aber was rede ich, ich bin ja nur ein dummer deutscher Professor, der von nichts eine Ahnung hat.

Kommentar von Dietmar Ferger:
Da zeigt sich mal wieder warum wir ein beduingungsloses Grünes Grundeinkommen brauchen … auch ich habe ein Buch im Selbstverlag herausgegeben, die anderen bei Books on Demand www.bod.de … und bin sehr zufrieden damit …