Studienergebnis: Durch Videoüberwachung sinkt Kriminalitätsrate nur geringfügig

Artikel ansehen

Kommentar von ImTheOneWhoKnocks:
Das wundert mich ehrlich gesagt überhaupt nicht. Dass uns Totalüberwachung vor allem schützt, ist nur eine amerikanische Sichtweise, die wir langsam aber sicher importieren, mehr nicht…

Kommentar von Halva:
So, und jetzt stellen wir der Studie, welche das an- bzw. abschwellen von Kriminalität in den entsprechenden Bereichen mal das an- bzw. abschwellen der Aufklärung von Kriminalität gegenüber. Videoüberwachung hilft natürlich keinen Deut bei Prävention, allerdings schon bei der Aufklärung von Kriminalität…

Kommentar von Marvin:
Für Aachen sind die genannten Zahlen definitiv falsch:
https://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen/videoueberwachung-am-aachener-bushof-weniger-straftaten_aid-32419231
Aktuell 30% weniger am Busbahnhof seit der Wiedereinführung der Videoüberwachung.
Die Videoüberwachung wurde zumindest in NRW aber auch bewusst so konstruiert, dass sie möglichst wirkungslos ist:

  1. Es gibt Überwachungskameras, ein Polizist sitzt vor einem Dutzend Monitoren und FALLS ihm was auffällt, startet er die Aufnahme und fordert Polizisten an. Vor Gericht sind die Aufnahmen quasi wertlos weil sie eben nicht den Anfang zeigten. Das wäre natürlich anders, wenn wie bei einer Dashcam aufgezeichnet würde: Sobald der Polizist den Knopf drückt sind auch die Minuten davor aufgezeichnet. Oder es würde alles für 72 Stunden aufgezeichnet und bei einer Anzeige einer Straftat würde man die Videos des entsprechenden Zeitpunkts und der entsprechenden Kameras sichern.
    Der Wahnsinn hatte allerdings Methode: Wenn durch die Videoüberwachung die Kriminalität sinkt, wird sie wieder abgeschafft. So wie in Aachen vor ein paar Jahren am Elisenbrunnen und am Busbahnhof. Der Hbf wird ohnehin kaum noch überwacht weil die zuständige Bundespolizei seit 2015 fast komplett nach Bayern versetzt wurde. Aber wenn mal wieder ein paar Tage lang kontrolliert wird gibt es wieder eine Pressemitteilung, weil 100 Festnahmen in zwei Tagen erfolgten.
  2. Die Kamera zeichnet permanent auf, aber die Bilder werden erst ausgewertet, wenn eine Straftat passiert ist. Beispiel: Geldautomat oder Öffis. Aber was passiert in der Realität? Die Bilder bleiben drei Monate liegen, weil die Polizei alle anderen Möglichkeiten ausschöpfen muss. In der Praxis hat sie keine Möglichkeiten und tut drei Monate NICHTS. Und dann wird das Foto des „reisenden Täters“ veröffentlicht. Deshalb hatten sich die Tätergruppen darauf eingestellt, blieben maximal drei Monate und wurden in der PKS lange als Touristen geführt. Fragt mal einen Polizisten im Bekanntenkreis…

Kommentar von Pudelmütze:
Ich habe bewusst keine Opfer in meinem Bekanntenkreis.