Nach dem Bust von LuL.to: Quo vadis E-Book Szene?

Artikel ansehen

Kommentar von Hasi schreibt:
Die „Lust am Schreiben“ wird sicher noch mehr aufleben, wenn die Betreiber und Nutzer zur Kasse gebeten wurden.

Kommentar von Rick:
Diese Phase ist vor allem heilbar für die große Masse der Selfpublischer, die nun erkennen, dass ihre Verkäufe sich nicht signifikant erhöhen werden.

Diejenigen, die sich bei lul.to und anderen ausgiebig bedient haben, werden noch genug Lesestoff „auf Lager“ haben und die neuen Käufe werden, wenn der illegale ebook Nachschub ausbleiben sollte, wieder auf die groß beworbenen Titel und Autoren entfallen.

Wer auf lul.to die ganzen „Vampir vögelt Werwolf“-„Literatur“ gesehen hat, der möge mal berichten, ob diese Bücher auch bei Amazon irgendwo „vorne“ erscheinen.

Kommentar von Kalle:
Die Lust am Schreiben wird wohl nur bei sehr wenigen nicht unmittelbar symphatischen Leuten davon abhängen, ob jemand zur Kasse geboten wird, der etwas nicht zum gewollten Preis gelesen hat.

Sehr schön fand ich auch den wiederholten Hinweis empörter „Schriftsteller“, die keiner kennt, in anderen Kommentaren bei tarnkappe zu diesem Tema, dass es doch Bibliotheken gäbe, in denen allerdings ihre Werke wohl kaum zu finden sind, aber selbst wenn, doch ihnen auch keinen Gewinn einbrächten.

Nö, ich wär auch froh, wenn jemand meinen Text nicht irgendwo billig kauft, sondern billig leiht oder gar nicht zur Kenntnis nimmt. Was für ein Gewinn!

Kommentar von Ichbins:
Sehe ich auch so.

Am meisten regen jene Leute auf, von denen bis heute kein Mensch etwas gehört hat. Sicher gibt es auch sehr gute Autoren, die nur im Eigenverlag schreiben, aber die kann man sich wohl an einer Hand abzählen. Mir fallen da gerade mal ZWEI ein. Also zwei, die auch viel schreiben. Denn eines ist klar: wer als Selbstverleger nicht viel schreibt, verdient auch nichts.

Nehmen wir Frau van ten Haarlen… wäre sie wirklich „berühmt“, würde man ihren Namen ja kennen. Aber was ich mitbekommen habe: vorher hat den Namen hier noch (fast) keiner mitbekommen. Komisch …

Abgesehen davon: Energie UND ZEIT für …nennen wir es mal „harmlose“ Raubkopierer-Seiten ist also vorhanden. Aber wirklich kriminelle Seiten mit Kinderpornos und so sind oft Jahre im Netz und gehen nicht offline?

Und: ich hab mal einige Zeit illegale eBooks an die jeweiligen Verlage gemeldet, natürlich mit Link damit sie sofort abusen können. Sah ich dann Wochen später nach … war exakt der gleiche Link (!) noch online. War übrigens in 100% der gemeldeten Fälle so. Und ich weiß, dass ich da nicht der Einzige bin, der genug gemeldet hat …und merken musste dass das Zeugs noch Wochen danach online war. Wohlbemerkt unter extakt dem gleichem Link. Der Kram, klar … wird halt neu online gestellt - aber der Link wäre ja ein Neuer! Und da habe ich gemerkt: es juckt die Verlage gar nicht. Also melde ich nichts mehr. Weil ich als Leser legaler eBooks fühle mich verarscht. wenn eben nach Wochen alle Links noch aktiv sind! Obwohl es dann beim ersten Melden hieß: „Bitte nenne uns die genauen Links, damit wir schneller handeln können!“

Ha ha ha!

Könnt ihr jetzt bitte einfach mal aufhören, auf der Autorin rumzuhacken? Es reicht mir jetzt.

Nicht nur normale Leser haben in der Vergangenheit mehrfach vergeblich versucht, Links zu Schwarzkopien bei den Verlagen zu melden, damit diese dagegen vorgehen. Auch mehrere mir persönlich bekannte Piraten-Jäger sind am mangelnden Interesse diverser deutscher Verlage GESCHEITERT, weil sie schlichtweg nichts gegen die Piraterie im Internet (per Notice & Takedown) etc. unternehmen wollten. Bei einem Marktantei von E-Books von maximal 4% (Belletristik) geht den meisten Verlagen das Thema am Arsch vorbei, um es mal etwas blumiger auszudrücken.

Kommentar von kant:
Ich würde die seichte Kritik nicht unbedingt als „herumhacken“ verunglimpfen.

Aber das muss man ja nicht vor Pseudojournalisten erwähnen, die neben reisserischen Überschriften nun auch auf „blumige Ausdrücke“ zurückgreifen um ihre „neutrale“ Haltung zu rechtfertigen …

Kommentar von Michael:
Es gehen doch regelmäßig Seiten und Gruppen hoch, die Kinderpornos tauschen/verkaufen. Erst vor ein paar Tagen wurde doch eine Darknet Seite hochgenommen mit über 90.000 Mitgliedern.

Wenn man selbst nicht angegriffen wird, mag die Kritik vielleicht „seicht“ erscheinen. Ansonsten nicht. Das ist immer eine Frage der Perspektive.

Kommentar von Autorin A:
Ich melde mich hier mal als Autorin zu Wort. Ich sehe da oben, es wäre heilsam, wenn wir dann erkennen, dass sich gar nichts verändert. Ich habe den Eindruck, dass es gar kein Argument der Welt gibt, keine Autorenstimme, die von Ebook Dieben akzeptiert wird. Sie wollen fest daran glauben, dass sie keinem schaden und dass wir Autoren eh nichts verkaufen. Wenn wir nachweisen, dass wir viel verkaufen, heißt es „Dann kann ich ja auch klauen, schadet nicht …“
Wenn wir nachweisen, dass wir uns kaum was von den Büchern bleibt, heißt es „Such dir nen Nebenjob.“
Es werden haarsträubende, völlig falsche Dinge von Laien der Buchszene - und nichts anderes sind Piraten - hier als Wahrheiten verbreitet. Von „Ebookerstellung kostet doch praktisch nichts“ bis hin zu abenteuerlichen Spekulationen diverse Entgelte betreffend.
Alles falsch.
Es bringt überhaupt nichts, Menschen zu überzeugen, die etwas Bestimmtes um jeden Preis glauben wollen, jedes Gerichtsurteil noch umdeuten oder für sich selbst neue Gesetze erfinden - ihr solltet selbst Autoren werden.

Falls es jemanden wirklich interessiert, ohne dass ihr euch eigene Märchen klöppelt, hier ein Teil der Wahrheit:
Ich bin eine ganz „durchschnittlich erfolgreiche“ Autorin. Also ich lebe von meinen Einnahmen, ohne Reichtümer anhäufen zu können. Eine sogenannte Midlistautorin. Das bedeutet, bevor hier wieder Quatsch erzählt wird, dass meine Bücher weder bei den Top 30 sind noch auf den letzten Plätzen, sondern im Bereich 200-5000 auf und ab schweben. dadurch ergibt sich ein sehr aussagekräftiges Bild, denn es sind weder Ladenhüter noch Ausreißer.
Nach dem lul.to offline war, veränderte sich etwas. Aus den anderen Börsen nimmt eine Agentur die Bücher durch anmahnen für mich raus, bei lul.to ging dies bekanntlich nicht. Das bedeutet, jetzt gibt es meine Bücher praktisch nicht mehr gratis, zumindest nicht ohne großen Aufwand.
Jeder Autor weiß, dass die meisten Bücher eine Art Halbwertszeit von 8 Wochen haben. Das heißt, Start, viel verkaufen, dann wird es immer weniger. Was ist bei mir passiert?
Das Buch, das jetzt längst auf dem absteigenden Ast sein müsste, hält sich stabil in den Verkäufen. Zufall? Ich denke nicht. Ich hatte das letzte andere Buch vor über einem halben Jahr, es landete nach 3 Stunden schon auf Lul.to. Ich verkaufte kaum etwas von diesem Buch, war enttäuscht. Lul.to ist offline und tadaaaa …! Das Buch erholt sich! Die Verkäufe sind etwa eine Woche nachdem lul weg war, gestiegen, und zwar so stark, dass es mehr ist als kurz nach der Veröffentlichung, ohne dass ich eine Werbemaßnahme gemacht hätte! Und das andere neue Buch hält sich über die Maßen konstant wie gesagt. Die Verkäufe meiner anderen Titel haben sich - Achtung! Verfünffacht!!! Ich kann es kaum glauben, bin natürlich super zufrieden damit. Hier von einem Zufall zu reden, das schaffen jetzt wahrscheinlich nur Piraten.
Jeder glaubt an seine eigenen Wahrheiten. Ich hoffe, dieser Zustand hält sich eine Weile.

Und zu dem Geldargument, dass die Bücher zu teuer sind: Ich habe unter anderem Kurzromane für 99 Cent, die werden geklaut. Bei Lul.to gab es sogar die Bücher von mir, die dauerhaft gratis im Netz eingestellt waren.

Kommentar von Thorsten:
@Michael Setzt du jetzt Raubkopierer mit Kinderschändern gleich? Was ist denn das für ein Vorurteil. In deiner Welt sind wohl alle Priester schwul und vergehen sich an Kinder, so sind also auch Schwule die, die sich an Kinder vergehen. Na merkste die verdrehte Logik und wie schnell ein Vorurteil entstehen kann. Und nein Priester sind nicht per se Schwul und auch keine Kinderschänder. Genauso wenig wie Schwule sich an Kinder vergehen. Leider ist unsere Welt voller Vorurteile und wenige checken die Fakten.

Kinderporno und der Menschenhandel sind Kapitalverbrechen, die gehören mit aller Härte des Gesetzes bestraft, da die Opfer ein lebenlang unter den Folgen leiden.

Kommentar von LeserB:
Zu den Ranglisten: Bei Amazon sind die Ranglisten ja nicht sonderlich aussagekräftig, da Ausleihen via „Kindle Unlimited“ (KU) oder PrimeReading mit reingerechnet werden. Von den „Top 100 Bezahlt“ sind nur ca. 5% NICHT via KU erhältlich. Diese 5% nicht KU-Ebooks sind die wahren Bestseller, zB aktuell der neue Bannalec, etc. Den Rest kann man vergessen. KU Autoren erhalten ja auch nur einen Bruchteil der Tantiemen pro Ausleihe aus einem Ausschüttungstopf. Amazon hatte KU in letzter Zeit stark beworben mit einem Gratis-Monat. Da konnte man dann selbst erleben, dass die KU-Bücher zu 99,9% Schrott sind…

Ebooks sind m.E. völlig unattraktiv. Wer halbwegs denken kann, kauft (gebraucht oder neu) ein gedrucktes Buch und verkauft danach über Booklooker ö.ä. Dann kostet das Lesen eines Bestsellers meist statt 15-20 Euro als Ebook (das man nicht verkaufen kann) nur 4-5 Euro (Differenz zwischen Einkauf und Verkauf eines Print-Buches). Somit wird auch in Zukunft der Ebook-Markt ein Schattendasein führen.

Die Sperrung von lul hätte m.E. viel schneller erfolgen müssen, Bedanken können sich die geschädigten Autoren besonders bei Amazon, die den Zahlungsweg an lul bis zum Schluss anscheinend nicht sperren wollte. Da sitzen die eigentlichen Übeltäter!

Kommentar von Autorin A:
Hinweis: bei dieser 4% Zahl, die umhergeistert, handelt es sich um Erhebungen von Büchern, die im VLB eingetragen sind. Die Mehrheit der Bücher von Selfpublishern sind dort NICHT eingetragen.
Man kann die guten Autoren, die auch in SP schreiben, an zehn Oktopussen nicht abzählen, das ist völliger Quatsch. Nur weil IHR nicht davon gehört habt, existieren sie dennoch.
Zur Aufklärung, falls es einer wirklich hören will:

  1. Sehr viele Autoren sind hybrid! Das heißt, sie sind im SP UND bei Verlagen unterwegs, einfach weil SP meist mehr einbringt als Verlagsbücher.

  2. Die 4 % gelten nur für das VLB. Bei Selfpublishern kommen die Einkünfte aus über 80% von Ebooks, bei den meisten gute 95%. Nichts da 4% und nicht schlimm.

  3. Von den Leihbibliotheken, über die hier alle lachen, gibt es verschiedene. Bei der Leihbib Kindle Unlimited ist es bei vielen Autoren so, dass zwei Drittel der Gesamteinnahmen aus der Leihbibliothek kommen. Ja, da fällt die Kinnlade runter. Und bevor jetzt einer kreischt, da käme ja nichts bei rum: Es sind auch für Midlistautoren locker 3-4 stellige Monatsbeträge aus der Leihbib drin, wenn man viel schreibt. Es ist also sehr wohl relevant. Das Buch wird nach Länge und damit nach Leistung vergütet.

  4. Schon mal überlegt, dass fast alle Autoren unter einem anderen Namen schreiben? Gerade bei verschiedenen Genres? Ihr kreischt, keiner hätte was von denen je gehört. Dabei sind sie auf eurem Kindle oder E Reader, sie heißen nur anders. Ihr könnt überhaupt nicht wissen, ob es derselbe Autor ist.

Ich bin wie gesagt eine nicht so bekannte Autorin, habe trotzdem tausende Leser. Ich habe auch schon in Piratenbörsen meine Bücher überall auf den Wunsch listen gesehen, obwohl mich „keiner kennt“.

Dass die Autoren sich hier nicht unter echtem Namen zeigen, ist kein Wunder. Wir sind angreifbar, man kann uns immens schaden und unseren Büchern. Und hier ist genug Aggression unterwegs, dass man das nicht riskiert. Genau wie ihr hier alle nicht unter eurem echten Namen seid.

Ernst gemeinte Fragen beantworte ich gern aus Autorensicht. Natürlich kann auch weiter wild im Land der Sagen und Fabeln spekuliert werden.

Kommentar von Michael:
@Thorsten: ich habe auf Ichbins geantwortet, der sich darüber beschwerte, dass so viele Kinderpornoseiten online seien aber sich die Behörden nur um Piratenseiten kümmern

Kommentar von TeeB:
@Thorsten

An welcher Stelle setzt Michael Raubkopierer mit Kinderschändern gleich? Sowas liebe ich: gleich bei einem Stichwort ohne Sinn und Verstand aufschreien! So machen das die Gutmenschen und es hilft übigens ÜBERHAUPT nicht weiter.

Kommentar von Autorin A:
Lieber Rick,

hier eine kleine „Aufklärung“. Die „Vampir vögelt Werwof“- Bücher KÖNNEN gar nicht bei „Amazon vorne“ erscheinen. Grund: die meisten Erotik-Titel werden in den Charts verborgen, erscheinen nicht. Ihnen wird kein Ranking zugestanden. Warum? Weil dann die Top 100 wohl fast ausschließlich aus Porno bestehen würde. Die Erotikautoren schreiben nämlich ziemlich gute Verkaufszahlen. Und ja, eins der Vögelbücher hatte es vor zwei Wochen auf Rang 35 geschafft. Unter einem „Tarntitel“, dass die Erotik nicht gleich so auffiel.

Erotiktitel sind damit nicht standardmäßig im Ranking vertreten. Dass du sie da nicht siehst, hat also gar nichts zu sagen bezüglich der Verkäufe.

Kommentar von Katzenstreu:
Echt jetzt?
Das wäre ja krass und würde heißen, das die Piraten fast die Hälfte des Marktes ausmachen würden.
Da ist zu überlegen ob die angedachte harte Haltung einiger Autoren wirklich so eine gute Idee ist.
Ich denke mal, das sich die Begeisterung für eine Reihe oder einen Lieblingsschriftsteller schnell abkühlt, wenn da so ein Schreiben ins Haus flattert. :slight_smile:
Würde auch erklären warum das bisher sowenige wirklich machen wollen. Die warten vermutlich erstmal ab, wie es ihren Kollegen ergeht die das durchziehen.
Auf der anderen Seite wären die Downloader extrem kaltschnäuzig, da die sofort einfach die Alternative genommen hätten. Oder die haben alle richtig anonymisiert, vielleicht denken die das aber auch nur.
Ich hätte da erstmal ganz andere Sorgen, wenn ich in deren Haut stecken würde.

Kommentar von Hasi schreibt:
Natürlich hätte Amazon handeln können, nicht nur bei dem Zahlungsweg.
Aber „die eigentlichen Übeltäter“ sitzen nicht bei Amazon. Die sitzen vor ihren Lese-Apps und lesen illegal erworbene e-Books.

Kommentar von Autorin A:
Auch das ist komplett falsch. Für die Ausleihen erhält man oft mehr, je nach Buchlänge, als für einen normalen Verkauf.
Ich bin weiterhin gespannt, wie viel Halbwissen sich hier noch offenbart.
Dass man „pro Ausleihe“ was erhält stimmt auch überhaupt nicht. Die prime-Autoren erhalten eine Pauschale, unabhängig von der Anzahl der Ausleihen. Die KU Autoren erhalten eine Vergütung pro gelesene KENP-Seite.

Nur weiter. Ich finds lustig.

Kommentar von Noch.ein.Autor:
@Katzenstreu

schon wieder etwas falsch ausgelegt. Die Piraten, bzw. Downloader machen nicht die Häfte des Marktes aus, sie nehmen mindestens 30% vom Marktumsatz weg. An Tagen, in denen keine Piratenaktivitäten stattfinden, also nach einem Take down, einer Löschung oder davor, sind die Umsätze um diesen Prozentsatz höher.

Umsatz = Markt

Piraterie = Diebstahl = Verlust