Meine Erfahrung mit der Polizei

Heute mit dem E-Scooter auf dem Weg zu einem wichtigen Arztermin gewesen.

Von der Polizei angehalten worden, ich hätte angeblich Pupillen die nicht auf Licht reagieren.

Ich solle eine Urinkontrolle über mich ergehen lassen.

Auf meine bitte hin, dass ich nicht urinieren kann, da ich vor kurzem erst auf der Toilette saß und einen sehr wichtigen Arzttermin habe, hat man mich ins Auto mit samt E-Scooter verfrachtet und auf die Dienststelle gefahren.

Dort dann angekommen musste ich in einen Becher pinkeln, der Teststreifen zeigte ganz leicht THC an, grenzwertig sagte der Beamte, auf erneutes Fragen beantwortete ich wahrheitsgemäß dass ich einen kleinen Joint am Tag zuvor konsumiert hätte. Lass es 0,3 G gewesen sein. Vielleicht hätte ich lieber die Fresse gehalten, allerdings meine ich, dass die Beamten nach dem Test sagten, wir lassen ihn gehen.

Anschließend wurde ein Arzt bestellt, der mir Blut abnehmen sollte, auf diesen Arzt musste ich 2 !!! Stunden warten, anschließend sollte ich mit dem E-Scooter vom anderen Ende der Stadt zu meinem Arzt laufen, was ich selbstverständlich nicht tat.

Dort angekommen wurde mir mitgeteilt,dass ich den Termin vergessen könnte und ich mit ein wenig Glück einen neuen bekomme. Wir reden hier von Wochen an Wartezeit und zusätzlichen Leidensdruck aufgrund meiner Gesundheit.

Fassen wir also zusammen, weil ich am Tag zuvor einen Joint konsumiert hatte, kein wenig im Straßenverkehr beeinträchtigt war, wurde mir mein wichtiger Arzt Termin versaut und mit ein wenig Pech bekomme ich eine 500-600 Euro Strafe und einen Führerschein Entzug.

bei regelmäßigem Konsum von Cannabis kann auch nach 72 Stunden (!) nach Konsumende noch eine über den Grenzwert von 1,0 ng/ml liegende THC-Konzentration festgestellt werde.

  • aber auch bei minder starkem Konsum ist eine Nachweisbarkeit noch nach 24 Stunden, teilweise auch noch nach 48 Stunden möglich.

  • bei lediglich (ganz) gelegentlichem Konsum oder Einmalkonsum von Cannabis sinkt die THC-Konzentration auch nach der Zufuhr hoher Dosierungen innerhalb von sechs Stunden nach Rauchende im Mittel auf einen Wert von etwa 1,0 ng/ml ab.

Ich bewege mich zwischen gelegentlichen Konsum und minder starkem Konsum…

Eine Debatte über Konsum der einen Tag oder mehrere Tage zurück liegt, warum Menschen dadurch kriminalisiert werden, bestraft werden, entgegneten die Beamten mit den einfachen Worten " Wir machen die Gesetze nicht " "vllt lernen sie daraus, keine Drogen zu nehmen "… WOW, ich bin beeindruckt mit welcher Intelligenz und vorallem einer Gleichgültigkeit gegenüber Recht und Unrecht Beamte durchs Leben gehen.

Laut Arzt, der mir das Blut abgenommen hat, würde Alkohol schon nach wenigen Stunden nicht mehr nachweisbar sein, beim THC würden aber Abbauprodukte noch im Blut nachweisbar sein, die zwar keinen Rausch verursachen aber ebent noch nachweisbar sein und dadurch würde man möglicherweise Straßenverkehrs untauglich gelten und die Strafe wäre gerechtfertigt.

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Die Polizei dein Freund und Helfer.

Also erst einmal: ich kann Deinen Unmut verstehen, aber THC-Grenzwerte sind leider nur ein weitereres Beispiel für politisches Versagen.

Nur zum Verständnis: Gilt in Deutschland nicht ein Grenzwert von 1ng im Blutserum, äquivalent zu 0,5ng im Gesamtblut (plus einer THC-COOH-Wert Messung)? Wenn Du am Vortag einen Joint mit 0,3 Gramm Cannabis und einem THC-Gehalt von z.B. 10% geraucht hast, dann solltest Du spätestens nach acht Stunden unter dem Grenzwert liegen. Ich gehe davon aus, dass Du kein Dauerkonsument bist, sonst hättest Du am gleichen Tag der Kontrolle ja sicher bereits ein- oder mehrfach konsumiert. Dann kann nämlich das THC-Level im Blutserum dauerhaft (zu) hoch sein.

Ansonsten hört es sich vielleicht doof an, aber die Polizei kann wirklich noch am wenigsten dafür. Statt Cannabis endlich zu legalisieren, streitet man sich in der Politik eben um unsinnige Grenzwerte, die am Konsum nichts ändern. Aber die Polizisten müssen das leider forcieren. Das ist wie damals bei der Einführung der Bagatellgrenze. Viele User dachten, Cannabis sei nun in kleinen Mengen legalisiert. Und die Landeschefs schickten die Polizei in Scharen los, um den öffentlichen Konsum zu ahnden. Das waren Szenen im Englischen Garten…

Ich wünsche Dir jedenfalls, dass da nichts mehr nachkommt!

Also um genau zu sein, habe ich circa 5 Monate nicht gekifft, allerdings die letzten 2 Wochen fast täglich 0,2-0,3 g pur in meiner kleinen Pfeife, zwischen meinem letzten Konsum und der Abnahme des Blutes lagen 13 Stunden. Ist nun schwer zu sagen, ob ich die 1ng überschritten habe. Täglicher Konsum hat also schon stattgefunden, allerdings nicht so wie in mein jüngeren Jahren, wo ich locker 2 Gramm täglich geraucht habe. Achja, das Dope hatte eher 18% THC, white Widdow.

Ich ärgere mich nur über mich selbst, dass ich in dem Moment gedacht habe, ich mach dem Rombergtest einfach mit, weil ich ja nüchtern war, naja, den schein ich nicht perfekt bestanden zu haben was den Anfangsverdacht ergab, dass die mich dazu nötigen konnten, eine Urinkontrolle abzugeben.

Mein Recht wäre gewesen, den Rombergtest abzulehnen, ist nur die Frage ob die sich dann nicht etwas aus den Fingern gezogen hätten, keine Ahung, die haben ihre Tricks. Die fragen dich ja auch nie, sondern befehlen dir eher was als nächstes passiert, man muss da wirklich auf zack sein, zu wissen, was die dürfen und was nicht.

Da hast Du Recht, das ist eine schwierige Situation.

Wenn ein Polizist Dich allerdings zu Maßnahmen drängt, ohne Dich darauf hinzuweisen, dass z.B. ein Romberg-Test ein Zugeständnis Deinerseits voraussetzt, würde ich eine Dienstaufsichtsbeschwerde einlegen. Lehnt man diesen jedoch ab, kann eine Blutabnahme mit Zwang auf der Wache nur dann vorgenommen werden, wenn ein begründeter Verdacht besteht. Auch hier ist es im Nachhinein schwierig, wenn z.B. der Polizist behauptet, er habe Dope gerochen oder Deine Pupillen waren erweitert oder so ein Alltags-Mist. Normalerweise sollte das kein Grund sein, Polizisten sind ja keine Messgeräte. Aber oftmals kommen sie damit doch durch.

Das sieht man an solchem Unsinn, wie den „neuen“ Drogenpolizisten, die auf das Erkennen von Drogenmissbrauchs im Straßenverkehr spezialisiert sind. Das kam kürzlich im Fernsehen und da sah man die Polizistin, wie sie einem Verkehrsteilnehmer mit einer Lampe in die Augen scheint. Ach herrjeh, wo fängt man hier an?

Die haben mich auch einkassiert, weil ich vom Augenartzt kam und noch geweitete Pupillen hatte. Bin dann mit denen zum Augenartzt rein, weil ich sturr geblieben bin und der Artzt nur 100 meter weg war. Die Ärtzt haben dann denen erklärt, was gemacht wurde. Danach wollten die mich trotzdem mitnehmen. Hab mich dann aber geweigert und die ausgefragt, wieso das alles und ob ich das muss. Am Ende mussten die sich dann doch geschlagen geben, weil ich alles hinterfragt habe und fragte, ob es sein muss.

Ja, das war sicher weise. Zudem ist es wichtig, sachlich zu bleiben. Und bei Unsicherheiten sollte man den Polizisten einfach direkt fragen, ob man zu der angedachten Maßnahme verpflichtet ist. Wenn er dann lügt, muss er schon arg dreist sein.

Junge haben wir nicht erst vor ein paar Tagen in irgendeinem anderen Thread hier genau darüber geredet, dass man in so einem Fall auf absolut gar keinen Fall irgendwas über sein Konsumverhalten sagen sollte?

Es ist nicht möglich sowas einfach so „festzustellen“. Ich würde mich bei der Dienststelle beschweren.

Das würde ich jetzt im Nachhinein auch machen. Und schnapp dir einen Anwalt (Sollte nicht teuer sein, sich da beraten zu lassen).

Im Zweifel über Prozesskostenbeihilfe nachdenken, wenn das Budget angespannt ist.

Habe einen guten Anwalt und Geld ist da , daran soll es nicht scheitern.

Habe gerade mit meinem Anwalt telefoniert und er meinte, man kann das alles machen, aber die zwei Cops werden sich eher nicht selbst belasten und abgestimmt Aussagen, dass sie mich im Vorfeld über den Rombergtest aufgeklärt haben, da wird zu 99% nichts bei rauskommen, da ich alleine war habe ich ja nicht einmal einen Zeugen.

Das doch das Problem an den Cops, die drehen immer alles so, dass du am Ende dran bist. Ich spar mir den Stress, danke euch aber trotzdem für das Feedback. Ich werde dann berichten, ob die Strafe noch kommt.

Werde jetzt versuchen Cannabis Patient zu werden, dann können die mich in Zukunft.

Das ist ja der Witz, jemand der auf Rezept zb. wegen Schmerzen kiffen darf, darf bekifft rumfahren und stellt keine Gefahr für den Straßenverkehr da.

Jemand der einen Tag vorher gekifft hat und nicht mehr berauscht ist, wird hops genommen.

Ohne Cannabis Konsumenten verlieren die doch alle Geld und ihre Quoten/ Jobs, eine riesige Industrie hat sich darum aufgebaut, Kiffer zu jagen, zu verknacken.

Mein Vater hat mir heute dazu gesagt, dass die Gefängnis Gewerkschaften in den USA sich damals (2012 so rum?) gegen die Cannabis Legalisierung ausgesprochen haben, nun dürft ihr euch Vorstellen warum. :wink:

PS: Meinen nächsten Facharzt Termin würde ich jetzt im Dezember bekommen !!! Nun muss ich wieder auf eine Liste für Notfälle, durch die ich ja gerade erst den Termin gestern bekommen hatte, den die Polizei mir so toll versaut hat. Das macht einen wirklich sprachlos. Da kann man nur auf Karma hoffen.

Meines Wissens wird anders herum ein Schuh daraus: wem solche Produkte medizinisch verschrieben worden sind, ist nicht per se fahruntauglich. Es kann jedoch eine Fahruntauglichkeit vorliegen. Hier entscheidet tatsächlich der Einzelfall.

Ehrlich gesagt habe ich den Überblick verloren, was neben Sativex und Canemes sonst noch so verschrieben werden kann. Nur ein paar Gedanken dazu. Es ist in Deutschland noch immer nicht gerade einfach, Medizin mit Cannabisinhaltsstoffen zu verschreiben. Auch ist es nicht gerade einfach, einen Arzt zu finden, der bereit ist, ein entsprechendes Präparat zu verschreiben. Das geht meist erst, wenn im Rahmen einer Behandlung konventionelle Medikamente wirkungslos waren. Meines Wissens muss auch die Krankenkasse zustimmen. Und nicht jede Apotheke führt diese Präparate. Auch ist es nicht so, dass man „was zum rauchen“ verschrieben bekommt. Selbst für Patienten mit Schmerzen in der Terminalphase gibt es hier oft Präparate, die gar nicht zum Rauchen geeignet sind, sondern über einen Diffusor inhaliert werden. Im eigentlichen Sinne „high“ wird man hier gar nicht.

Das sind meine bisherigen Erfahrungen mit dem Thema „Cannabisinhaltsstoffe verschreiben lassen“. Habt ihr ähnliche oder andere Erfahrungen gemacht bzw. was wisst ihr darüber?

Mein Kollege bekommt Cannabis verschrieben, mittlerweile gibt es mehr als 20 Sorten. Für 10 euro das G. Richtig als Knolle, bei ihm war eine Opiatabhängigkeit nachdem er wegen Rückenschmerzen solche Präparate verschrieben bekam.

Aber um die Verfügbarkeit der Sorgen geht es mir nicht, mir geht es darum, dass die in Zukunft mich nicht mehr kriminalisieren und bestrafen dürfen, weil ich THC im Blut habe…

Ich habe einen coolen Doktor und würde auch ins Raster fallen, Schmerzpatient zu werden, mal schauen ob ich das durchbekomme, da investiere ich lieber meine Energie hinein.

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Und zu guter letzt, lachst du dann bei der nächsten Kontrolle!! Ungefähr so vielleicht?!?

muschi-cops

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Ja das ist wirklich nicht ganz einfach.

Das ist richtig. Wenn das Cannabis (In welcher Darreichungsform auch immer) THC enthält, wird man aber high wie bei „normalem“ Gras. Es gibt allerdings durchaus Patienten, die kein THC haltiges Cannabis verschrieben bekommen.

Mein Lieblings-Arzt in diesem Bereich: :rofl: :rofl:

:+1:
Da ist der Name schon Programm…

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Ja, das ist ein Name mit Zukunft! Prima fand ich auch die Ärzte „Massagepraxis Dr. Beil“ und „Praktische Ärztin Dr. Verderber“. Ob das so praktisch ist? :wink:

Dr. med. Karl-Hermann Kiffe

Arzt, Hautarzt (Dermatologe) :wink: