Kritik des Börsenvereins zur geplanten Urheberrechtsreform in Bildung und Wissenschaft

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Kommentar von ugurano am 17.01.2017 23:55:
immer das gleiche

Kommentar von EiTeeXperte am 18.01.2017 14:27:
„wodurch Autoren und Verlage keine angemessene Vergütung für ihre Leistungen mehr erhielten.“
Kicher, Gacker, also aus meiner Erfahrung und empirisch auch der meines gesamten Umfeldes welches sich akademisch betätigt, gab es auch in der Vergangenheit nie eine angemessene Vergütung durch Wissenschaftverlage. Das ist besonders interessant, da die bisher ohne weiteres Renditen von 40% und mehr erwirtschaftet haben. Sehr schön ist auch, das viele recht knauserig mit Belegexemplaren sind.
So gesehen, hat die Regierung meinen Segen und soll mal machen.
Eventuell werden dann die Absolventen wieder besser.
Ich kenne auch keinen aktiven Studenten welcher nicht die Serviceplattform der netten Russin kennt, welche vor kurzem zu einer der einflussreichsten Wissenschaftlerinen gekürt wurde.
Also schulterzuck, was soll`s.

Kommentar von Manuel Bonik am 20.01.2017 12:20:
Sehr schön formuliert im Referentenentwurf: „C. Alternativen – Keine.“ Ist das „kurzsichtig und realitätsfern“? Die Realität für (große internationale Natur-) Wissenschaftsverlage ist zur Zeit die Library Genesis bzw. Sci-Hub (und dann kommt erstmal lange nichts), mit der Konsequenz: Go Open Access or Perish! (Oder hat jemand eine bessere Idee?) Dass das im Entwurf nicht erwähnt wird, ist in der Tat „realitätsfern“. Aber die Konsequenz sind notwendigerweise Überlegungen, wie man die Verlage und die Autoren angesichts der russischen Piraterielage den Übergang zu Open Access ermöglicht. Da müssen einerseits öffentliche Gelder, die bislang für den Ankauf von Büchern benutzt wurden, eben umgewidmet werden für die Produktion von Büchern. Andererseits ändern sich Vertriebswege – Zwischenhändler fallen weg, und man kann die (bereits finanzierten) Bücher dann direkt bei den Russen – der weltweit größten Internetplattform für wissenschaftliche Ebooks überhaupt – veröffentlichen; das macht eigentlich vieles viel einfacher und käme der aktuellen wissenschaftlichen Praxis entgegen, sich Bücher ohnehin dort umsonst zu besorgen.

Heuchlerisch erscheint mir die Argumentation mit den Vergütungen für wissenschaftliche Autoren, denn die gibt es ja in aller Regel ohnehin nicht. Und darum werden die Autoren nichts dagegen haben, wenn sie per umsonst mehr Reichweite erzielen. Was es gibt, sind Verlage wie Elsevier mit unfassbar riesigen Profitraten. Die werden die neue Realität nicht schätzen, aber nicht ändern können, allenfalls noch für eine Weile aussitzen.

Wie die Lage bei kleineren Wissenschaftsverlagen (die womöglich sogar gelegentlich Honorare zahlen?) ist, kann ich an dieser Stelle nicht beurteilen. Aber deren Anliegen kann man nicht mit denen der wissenschaftlichen Großverlage vermengen. Und deren Anliegen (Profitraten von bis zu 40% aufrechterhalten) wiederum nicht mit denen ihrer Autoren (möglichst weit verbreitet werden).

Kommentar von romana am 21.01.2017 23:44:
die Verbände sind obsolet und schützen sich nur noch selbst.