Interview: EbookSpender.me führt nach Diebstahl Blockade ein

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Kommentar von InsiderSeven:
Selten so einen Bullshit gelesen.
Spiegelbest, was ist das? Dein Account No. 12?

Eine Schonfrist von 4 Wochen?
Wen stört die?
Es gibt reichlich neue Buchtitel und für den normalen Menschen nur eine begrenzte Freizeit, da er hauptsächlich arbeitet. Er kann bequem die 4 Wochen abwarten, bis er das Buch für lau abziehen kann.

Die Menschen, die die Zeit haben, viele Bücher zu lesen, sind arbeitslos.
Und denen fehlt die Kohle, um Bücher/Ebooks zu kaufen.

Den Verlagen bringen eure samariterhaften 4 Wochen Gnadenfrist also gar nichts.

Und dass hier von Dieben rumgejammert wird, dass sie von anderen Dieben bestohlen werden, ist an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten. Ein Dieb, der sich sein Diebesgut abjagen lässt, ist ein Depp und selbst schuld.

Geh woanders jammern, Spiegelbest.

Kommentar von Lars Sobiraj:
Larissa ist nicht gleich Spiegelbest. Ich übrigens auch nicht. :wink:

Ich denke schon, dass echte Fans eines Autors das Werk illegal sofort nach dem Erscheinen haben wollen. Sie wollen keine 4 Wochen und mehr warten. Außerdem ist die Aktion ein Schlag ins Gesicht der Konkurrenten, die in den letzten Monaten gnadenlos alles geklaut haben, was die Nutzer von Ebookspender kauften. Wie will man denn verhindern, dass einem das „Diebesgut“ geklaut und anderswo verbreitet wird? Das geht gar nicht und hat nichts mit „Depp“ sein zu tun.

Kommentar von Moritz „mo.“ Sauer:
Bei so einem »Interview« bin ich nur noch traurig. Es gibt doch gar keine Rechtfertigung für das Treiben von Websites wie Ebookspender und wie sie nicht alle heissen. Ihr redet hier von »Schonfristen« für Verlage. Ihr seid wirklich sehr gnädig. Und jetzt tut Ihr so als ob Amazon das totale Böse wäre und scheinbar fühlt Ihr Euch in Eurem Tun rechtfertigt.

Wenn man ein Buch nicht kaufen will, dann kann man hier in Köln z.B. in die Stadtbücherei gehen und es ausleihen. Wenn es das Buch dort nicht gibt, kann man eine Anfrage stellen, ob die Stadtbücherei es nicht kaufen will. Für diese »Flat« sammelt die VG Wort Geld ein.

Als Buchautor habe ich das schnellste Sachbuch in vier Monaten geschrieben. Die Haltbarkeit meiner Computersachbücher ist maximal zwei Jahre. Danke für eine Schonfrist.

Andere Autoren sitzen mehrere Jahre an einem Buch – z.B. George R. R. Martin. Leider haben nicht alle das Glück wie George, dass Ihre Bücher Beststeller und von HBO lizensiert werden.

Setzt Euch doch mal hin und rechnet mal durch wieviel Geld Ihr in – sagen wir sechs Monaten – verdient oder verdienen müsst, um zu leben. Sagen wir sechs mal 1.500 € = 9.000€. Von einem Buch für 20€ gehen 10€ an den Buchhandel (Buchhandlungen und so weiter) und 10€ gehen Euren Verlag. Von den 10 € stehen Euch 13% Tantiemen zu und das ist ein guter Anteil. Ihr bekommt als 1,2€ pro Buch. Jetzt müsst Ihr mindestens 7.500 Exemplare verkaufen, um 9.000€ für die sechs Monate zu erhalten.

Vorher habt Ihr aber bereits jahrelang auf einen solchen Erfolg hingearbeitet, wie habt Ihr da bereits Geld verdient?

Zum Glück gibt es eine Schonfrist.

Kommentar von Moritz „mo.“ Sauer:
Boah, Lars, das geht gar nicht Deine Argumentation. So ein Portal ist einfach nicht OK. Egal wer wo was anderswo klaut. Ich lache mich kaputt. Ui, da haben die Scanner soviel Zeit investiert, damit die kopierten Exemplare gut geworden sind und jetzt schwups kopiert einfach jemand ungefragt die Arbeit. Sooo gemein.

Kommentar von Lars Sobiraj:
Nein, natürlich gibt es dafür keine Rechtfertigung. Auch wenn die Urheberrechtsverletzung im Fall von Ebookspender schon fast in den Bereich Privatkopie fällt (insgesamt werden nur 20 oder ein paar mehr Kopien verteilt), so bleibt es illegal. Und natürlich kannst Du mit einer Schonfrist von vier Wochen nicht erreichen, dass die Autoren wieder Geld verdienen.

Wenn die vierwöchige Sperre angelaufen ist, bleiben die Regale bei lul.to und wie sie alle heißen leer. Dann müssen die Betreiber entweder selbst Geld ausgeben oder ihren Nutzern erklären, wieso sie für das nicht mehr aktuelle Angebot Geld bezahlen sollen.

Kommentar von Moritz „mo.“ Sauer:
Sicherlich ist Dir klar, dass ich über solche Bücher nicht spreche. Ich rede über aktuelle Bücher. Und dass das Wissen der Menschheit konserviert gehört, wird auch von mir unterstützt. Zugang zu freiem Wissen schätze ich auch sehr hoch ein. Aber nicht auf dem Rücken von Menschen, die hart dafür arbeiten und davon leben.

Als Autor weiss ich natürlich, welches Risiko ich eingehe. Ich habe dazu ja auch einen ausführlichen Artikel geschrieben › https://tarnkappe.info/wer-buecher-schreibt-geht-ein-risiko-ein/

Und ich kenne viele Fans, die Respekt vor Ihre Helden, Musikern, Künstlern und Autoren haben und die Bücher haben. Ich liebe z.B. Haruki Murakami und würde nie eine Raubkopie von ihm haben wollen. Dafür respektiere ich den Menschen einfach zu sehr. Darum finde ich das Argument von Lars äußerst schwach und es regt mich auch ein wenig auf, dass er die Raubkopierer hier verteidigt.

Kommentar von Lars Sobiraj:
Ich glaube, die brauchen sowieso keine Identifikationsfigur mehr.

Kommentar von Lars Sobiraj:
Das sehe ich genauso, am Ende wird die vierwöchige „Schonfrist“ rein gar nichts bringen. Lustig wird’s aber zu beobachten, wo die anderen Portale in der Zwischenzeit neue Werke herbekommen wollen, sie müssten sie ja bezahlen. :wink:

Kommentar von InsiderSeven:
Herr Sobiraj, daran ist gar nichts lustig.

Ihre Denkweise erinnert mehr und mehr an die eines pubertierenden Knaben.
Ob andere Portale nun länger auf neue Ware warten müssen, ist absolut bedeutungslos. Es geht hier um etwas ganz anderes.
Dessen Bedeutung verstehen Sie vielleicht in ihrem nächsten Leben.

Kommentar von Lars Sobiraj:
Vielleicht können Sie mich und die anderen Leser ja einmal mit ihrer Weisheit erhellen, danke!

Kommentar von Esther:
Ist es jetzt wirklich sinnvoll ein Grundsatzdebatte zum Thema Piraterie im Allgemeinen zu eröffnen? Wenn das einen nennenswerten Schaden anrichten würde hätten die Verlage und Händler längst reagiert. Man könnte die Piraten mit einem funktionsfähigen Kopierschutz durchaus zum Selberscannen verdonnern - und damit ganz erheblich schwächen. Man könnte Piraten und Kunden erheblich stärker unter Druck setzen. Das geht im Bereich Kinderpornographie schließlich auch. Im Moment dürfen die Seiten ganz legal besucht werden, selbst eine Anmeldung ist nicht strafbar.

Was die Sperre beim Ebookspender bringt werden wir sehen. Mir ist das ein bisschen zu larmoyant. Amazon ist ein starker Buchhändler und wird mit Kindle unlimited hoffentlich Druck machen. Das Ergebnis ist aber kaum das Ende der Verlage - sondern z.B. brauchbare legale E-Leihbüchereien. Solange es die nicht gibt hat Warez eine Funktion.

Ganz nebenbei: Es gibt durchaus Leute, die gerne in Bücher reinschauen, von denen sie gerade im Feuilleton gelesen haben. Aber kaum jemand würde sich all diese Bücher auch kaufen.

Esther

Kommentar von VanityBackfires:
Solche „Schonfristen“ gibt es übrigens bei vielen größeren internationalen Seiten schon länger, allerdings nicht in puncto ebooks, sondern bei Filmen/Fernsehserien, da ist es allerdings damit begründet, dass die Seiten so eher „unterm Radar“ bleiben.

Die Argumentation von wegen wir machen Schonfrist, damit den Verlagen keine Verluste entstehen, ist albern und irgendwie am Ende auf eine perverse Weise wird so dann auch das Vorgehen der Contentindustrie legitimiert. Denn so gibt ebookspender.me zu, dass durch Downloads der Industrie Schaden entsteht, ohne jeden Beweise, im Gegenteil, es ist ja allseits bekannt, dass Studien belegen, dass Downloader auch mehr Medien kaufen, und besonders den unbekannteren Unabhängigen helfen.

Kommentar von Esther:
Was soll eigentlich das Theater mit Amazon und den ach so bedauernswerten Verlagen? Die Verlage habt ihr allesamt schon immer beklaut.

Dann sagt doch einfach, dass ihr keinen Bock habe die Konkurrenz kostenlos zu beliefern. Das ist wenigstens ehrlich und so gibt es vielleicht auch Lösungen.

Esther

Kommentar von VanityBackfires:
Kannst du beweisen, dass ein Buch nicht gekauft wird, weil es runtergeladen wird, oder ist das einfach mal eine Unterstellung?

Kommentar von Moritz „mo.“ Sauer:
Die wenigsten kaufen ein Album, ein Buch, einen Film, wenn Sie ihn gesehen haben. Es gibt natürlich lobenswerte Ausnahmen. Aber Hand aufs Herz: Du glaubst doch z.B. nicht selbst, dass die ganzen Game-Of-Thrones-Download nach der Season dann alles noch einmal auf Bluray oder so kaufen. Wenn Du das glaubst, dann gib mal eine Prozentzahl vor. Kannst Du das dann beweisen?

Kommentar von Moritz „mo.“ Sauer:
An die Tarnkappe. Es wäre mal an der Zeit hier ein paar Fakten zu recherchieren, damit diese Diskussionen ein wenig mehr Futter bekommen. Bitte schön verschiedene Statistiken aus den verschiedensten Lagern.

Kommentar von VanityBackfires:
Es gibt eine Reihe von (englischsprachigen) Studien zu diesem Thema, vor allem mit Blick auf Musik:

https://www.michaelgeist.ca/2007/11/ic-p2p-download-study/

https://www.theguardian.com/music/2009/apr/21/study-finds-pirates-buy-more-music

https://piracy.americanassembly.org/where-do-music-collections-come-from/

https://de.scribd.com/doc/93891327/Hammond-File-Sharing-Leak

https://torrentfreak.com/uk-movie-pirates-spend-way-more-at-the-box-office-121122/

Filesharing hilft vor allem den unbekannteren Künstlern, mehr zu verkaufen.

Kommentar von Volker Rieck:
Internet Mythen strahlen länger als Uran.

Und genau aus diesem Grund werden immer wieder die gleichen Studien (in der Auflistung sind Studien aus 2007!) aus dem Hut gezaubert.

Man kann ja nur froh sein, dass nicht noch Oberholzer-Gee/Strumpf dabei waren.

Das waren diejenigen, die den Zusammenhang zwischen Filesharing in den USA und den deutschen Schulferien herausgefunden haben.

In den Ferien sinkt nämlich das Filesharing in den USA. So so.

https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1598037

Eine Abteilung des US Finanzministeriums hat eine Metastudie zu dem Thema veröffentlicht und verfügbare Studien verglichen.
Die ohne Peer Review hat man nicht weiter beachtet.
Studien, die zum Schluss Schäden kommen zu Studien, die sagen kein Schaden hatten das Verhältnis 12:2.
Das macht sie nicht automatisch wahrer, aber überzeugender.
Unterschieden haben sich die Studien nur im Berechnen von Substitionsquoten.

Für die Rechtfertigung des eigenen Verhaltens sind die beiden Studien natürlich bestens geeignet. Bezahlen können andere, ich helfe sogar die Werke bekanntzumachen. Alles klar?!

Ich kann Moritz sauer nur zustimmen. Warum sollte ich mir irgendetwas noch mal kaufen, dass ich bereits in bester digitaler Qualität besitze?

Kommentar von VanityBackfires:
>Warum sollte ich mir irgendetwas noch mal kaufen, dass ich bereits in bester digitaler Qualität besitze?

Weil Sie ein Gewissen haben?

Weil man das Produkt gut findet, und man die Leute unterstützen will, die es gemacht haben? Ich lade mir sehr oft sehr viele Filme runter, aber ich traue mich zu wetten, dass meine Filmsammlung die Ihre um Längen schlägt, denn ich kaufe mir jeden Film, den ich ansehe, und gut finde.

Natürlich geht das nur bei guten Produkten - für mich bedeutet die Angst der „Etablierten“ vor dem Filesharing letztendlich die Angst vor den eigenen Produkten; die Angst, dass die Produkte von so schlechter Qualität sind, dass sie vom Kunden nicht als „kaufwürdig“ befunden werden, die Angst, dass der Kunde die Katze ohne den Sack nicht mehr kaufen will. Niemand kauft ein Auto, ohne dass er es probegefahren hat, aber bei Medien soll das anders sein?