Internetpiraterie: Demokratischer Kapitalismus - von Matthias Wenzel

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Kommentar von XB Liebiger:
Ich musste spontan an einen mir bekannten Wirt denken, der regelmäßig „Pay what you want“ Abende macht. Er nimmt sogar mehr ein als über die normalen Preise, das hat aber einen Grund:
Jeder Gast muss ihm in die Augen sehen beim Bezahlen.

Dieser Aspekt fehlt natürlich im Netz. Wer still vorm Rechner sitzt schaut keinem Urheber in die Augen. Und da finde ich Ihren Artikel etwas naiv.

Zum Punkt der Markenbildung. Das ist etwas die Huhn/Ei Diskussion. Die von Ihnen genannten Beispiele sind allesamt Marken in einem Markt geworden, der vom Kauf geprägt ist/war. Nicht Piraten haben Dan Brown zu seinem Ruhm verholfen, es waren die Käufer seines Buchs.

Was Sie da bei den LAN Parties beschrieben fällt m.E. größtenteils unter die Privatkopie und die ist geregelt. Distribution über Filesharing ist aber etwas anderes, das ist keine Privatkopie, auch wenn einige das anders sehen wollen.

Einiges vermisse ich allerdings in Ihren Ausführungen. Das wäre sas Wort Respekt.
Sie schreiben so schön: »Deine Arbeit ist nichts wert, ich bestrafe dich, indem ich sie mir stehle«
Da fehlt das Wort mir. Deine Arbeit ist mir nichts wert.
Oder anders ausgedrückt, ich habe keinen Respekt vor Deiner Arbeit.

Und ich vermisse auch den Aspekt des asozialen.
Bezahlen sollen nämlich andere, ich als Lausauger bitte nicht.
Ich als Lausauger sorge ja sogar für die Steigerung der Bekanntheit.
Und genau deshalb kamen in den Elbel Kommentaren auch die berühmten Lesungen und die T-Shirts.
Tja, so einfach kann es sich machen, wenn man seinen letzten Funken des schlechten Gewissens auch noch auslöschen will.

Kommentar von yt:
Das „Unrechtsbewusstsein“.

Als Unrecht empfinde ich Schutzfristen die über den Tod hinaus gehen und nach Gutdünken verlängert werden.
Als Unrecht empfinde ich, das Gesetze erlassen werden, die für Verunsicherung sorgen und den Nutzer von Administrationstools wie Diebe und Terroristen erscheinen lassen.
Als Unrecht empfinde ich, Massenhafte Abmahnungen die, bei missachtung geltender Gesetze, von Richtern ungeprüft durchgewunken werden.

Es ist wenig sonderbar, dass Matthias im oberen Drittel in etwa meine eigene Lebensgeschichte erzählt. So erging es vielen „Pionieren“. Auch das entsagen der Raubkopien, … das Thema hab ich lange hinter mir.

Ich wünsche dem Autor viel Erfolg, kreativen Erfolg. Ich weiss wie schwer es ist. Und er ist mir in einigen Dingen deutlich voraus.

Die Schlussfolgerung und der in diesem Artikel beschriebene Sinneswandel ist jedoch für mich so nicht nachvollziehbar. Es entsteht für mich der Eindruck er ruft dazu auf, sich anzupassen, als neue Wege zu gehen. Das animiert mich persönlich nicht sonderlich das Buch zu kaufen. Ein Restrisiko bleibt aber, weil es spannend sein könnte zu sehen wo der Unterschied besteht.

Mit freien Grüßen,
yt

Kommentar von Holger:
Ist es auch Unrecht, einen gut laufenden Betrieb, einen funktionierenden Bauernhof oder ein Mietshaus zu vererben? Warum soll ein Urheber nicht für seine Nachkommen sorgen dürfen? Warum soll alles, was er im kreativen Prozess für sich und seine Familie geschaffen und in materielle Münze umgewandelt hat, nach seinem eigenen Tod vogelfrei werden?

Daher machen Schutzrechte Sinn, die über den Tod hinaus gehen. Nicht selten hat die Familie einen Autor/Musikurheber/Maler/Fotografen unterstützt und das Leben gemeinsam aufgebaut. Es wäre unlogisch, eine Familie zu enteignen, nur weil der Urheber z.B totgefahren wird.

Kommentar von Holger:
Insgesamt ein ausgewogener Beitrag, der manchen zum Mitdenken anregen könnte.

Für Irritation sorgt nur eine Kleinigkeit: im Rückblick betrachtet der Autor die massenhafte File-Saugerei als revolutionäre Tat: „Wir gegen den kapitalistischen Moloch. Unser kleines Stück Rebellion.“

Da muss ich widersprechen. Es ging nie gegen den Kapitalismus. Es war zu keiner Zeit rebellisch, Musiker oder Autoren unbezahlt zu lassen. Ganz im Gegenteil - es war Kapitalismus in Reinform, sozusagen das ideale Geschäft: kostenlos bekommen, straffrei bleiben.

Kommentar von XB Liebiger:
Um ein Unrechtsbewusstein zu haben, braucht man zunächst ein Rechtsbewusstsein.
Und da hört es bei vielen schon auf.

Kommentar von bärchen:
der mensch hat eine begrenzte aufmerksamkeit. die wird jetzt schon arg strapaziert. es gibt bücher wie sand am meer. da sollten doch die preise sinken? tun sie aber nicht. da ist der fehler im system. ich kann ja auch wasser in den rhein schütten und mich am abend fragen, warum mir niemand für diese harte arbeit was zahlt. bücher schreiben kann nur ein hobby sein - das sollte man sich aus autor bewusst sein. dann hat man auch kein problem mit raubkopien sondern freut sich sogar über die vielen neuen leser - problem gelöst!

Kommentar von Piratenparteiler:
Nur 100 Autoren die in Deutschland von ihren Büchern leben können ?

Es gibt kein besseres Argument für das Bedingungslose Grundeinkommen, denn dann könnten alle Autoren mit ihrer Arbeit leben ohne in die Prekarität abgedrängt zu werden.

Kommentar von Blackcrack:
yt, jepp, das „unrechtsbewustsein“ ! und hinter mir,
da hast Du recht…

ich hab bei
„entweder sagt: »Deine Arbeit ist nichts wert, ich bestrafe dich, indem ich sie mir stehle«, oder eben: »Ich verneige mich vor deinen Mühen, hier hast du mein Geld.«“

erst mal aufgehört, denn da ging mir einiges gegen den strich, aber manche haben halt andere Sichtweisen, manche kapitalistische, mache eben freie… ich bin seit etwas vor 94’ mit Software zusammengekommen und sehen… und sah das so, daß mindestens mehr als die Hälfte von den Raubpiraterieen, warum sprechen wir überhaupt über Piraterie… warum sprechen wir nicht darum, daß im Grunde, über die Verteilerwege der „Piraten“ die aktuellste Software in’s Land kam, und wie zum Beispiel AutoCAD und Photoshop auch die Industrie davon profitierte, die jetzt selber sagen die böösen Piraten, vergessen aber, daß sie selbst kräftig davon Profitiert haben, andererseits, haben die Jungs, die die Software verteilt haben, auch dafür gesorgt, daß die Werbetrommel für diese Software, also diese Kommerzielle Software gedreht wurde und genau diese Software an ihre Plätze kamen, wo sie wirklich gebraucht wurde… und auch inoffiziell sehr gerne genommen wurde und auch um Geld zu machen, auch ohne Registrierung und mit keygens benutzt wurde, darunter waren auch Software von Core und die verteiler Keygen sowie auch die PSY Distriebutoren … Wenn wir mal ehrlich sind, sind genau die Piraten dafür verantwortlich, daß eben Deutschland solch ein Schub nach vorn bekommen hat in das Zeitalter der Computer, können sicherlich auch die Pesthörnchen oder eben der CCC bestätigen ! Mit diesem verteilen machte man aktiv Werbung, auch für die nächste und kommende Versionen derer Programme de wirklich es wert waren verteilt zu werden … Diese natürlich dann auch von der Industrie benutzt wurden in Zeiten, wo der IBM- Kompatible Personal Computer zwischen 1500 bis 5000 DM gekostet haben und die Software damals schon unbezahlbar war für den Privatnutzer und für Firmen… brauch ich ja wohl nichts mehr sagen… … da kam Dos auf… danach Win 3.11 … jaaaa, durch wen wurde das damals eigentlich verteilt… vergißt man sehr schnell, wenn an an Geld gebunden ist und alles machen muß, daß man um sein Geld hier in Deutschland kämpfen muß…
Auch nicht vergessen, Win95 und danach die herum reisen von Bill Gates in jedes Land,
der dann natürlich die Torte wegen verschiedenen Gründe auf die Nase bekam…
Selbst Steve Jobs benutzte die Piratenflagge … ! Das brachte wahrscheinlich Bill auf eine Idee ,
die Idee… gruml um noch mehr Geld zu machen… Ich darf noch an die Geschichte mit dem DOS Entwickler hinweisen… Er selbst, Bill ist nicht der Typ mit den Flügeln… und dann prangert er noch andere an… okeeeyy… Das mal zur Firma MS die letztens Endes genau von den Techi’s profitiert hat, die Sie/Er dann anprangerte ! Auch Deutschland hat davon profitiert in seiner Entwicklung !
Das, wird aber sehr gerne vergessen und unter den Tisch gekehrt ! und gesagt, " Jaaa, ich hab mich davon los gesagt, ich bezahle alles und unterstütze damit die Entwickler…"
Was währe aber, wenn nur noch Open Source Software unterstützt wird … die Software als solches kostenfrei entwickelt wird, weil man einfach keine Kommerzielle Software wie Photoshop und Microsoft Office und AutoCAD eben nicht mehr unterstützt wird, sondern eben Libre Office, Libre CAD und Gimp … Das, ist heute der Fall… ja dannnnn, natürlich… unterstütze ich diese Programme auch… Joa, sehen wir mal nach Reactos… hier wird wirklich Hilfe gebraucht, aber keiner unterstützt wirklich die meisten die ich angesprochen habe, reden sich raus „Was, Reactos wird doch nie fertig, oder bahh… Reactos, wer braucht denn das… Ist sowieso veraltet, die Oberfläche…“ und nachher, wenn es fertig ist, giert nachher jeder danach und freut sich, daß er um sonnst ein NT auf der Kiste hat, den einen nicht aus spioniert , aber das, will heute niemand war haben ! Ich hab sogar lachen müssen, als ich mitbekam, daß die NSA euch ausspioniert hat, mit Angry Birds !! Lange vor Snowden… Nun, Fakt ist eben, daß Deutschland ein kommerzielles Land ist, Fakt ist aber auch, daß viele Menschen hier auch viele Menschen belügen oder meinen Sie müßten sich über andere Menschen besser stellen, daß sie selbst nachher besser da stehen… und mehr Geld verdienen als ein anderer… Geld hat den Nachteil, daß man es horten kann und auch mit Geld kann mann/frau auch gelenkt werden… ich denk mal, das ist schwerlich zu wieder legen … Auch anders… aber nun ja, hier dreht es sich ja um Urheber und Software, deshalb belasse ich das mal soweit auf sich und les’ erst mal weiter … Wie gesagt, Stellt euch mal vor, Reactos währe benutzbar, alleine diese Vorstellung würde sicherlich vieles im Leben Grund liegend ändern… Von Spionage hin zur kostenlosen Benutzung letztendlich einen wirklichen gemeinsamen Standart, den man mit Linux nie wirklich erreicht … Linux als Serversystem, sicher, geile und wirklich sichere Sache das… (aber nur weil sie wirklich Open Source ist und niemand wirklich besch… kann) Kann aber mit Reactos genauso sein… nur eben, wirklicher gemeinsamer Standard … und wirklich kostenlos … wie linux…
Alleine diese Tatsachen, von wegen wirklich ehrlich(weil es bei Open source nicht anders geht), wirklich kostenlos und Frei ist sowie Freeware es zu genüge existiert, die man wirklich auch benutzen kann… und man dann den freien willen hat, die Offenen Standart frei zu unterstützen, wird erst möglich sein, wenn Man sich vom Kommerziellen denken ein wenig distanziert hat und man ein wenig freier denken kann. Überlegt mal, Wenn jeder, der eine Windows-Version von Microsoft kauft und zahlt, also das neuste System… um die 130 Euro … so und statt dessen ein neues MS-System kauft statt dessen dann dieses Geld Reactos übergibt… Wer es hat und wirklich nicht drauf schauen muss und nicht arbeitslos ist… sondern durch seine Tätigkeit mindestens um die 1500Euro entlohnt wird … währe das doch ein Klacks, dieses Geld, statt rüber in die Staaten zu investieren/pumpen, eher in ein Freies, und nachher wirklich ehrliches System zu investieren …
Oh verd… bin wieder an Reactos hängen geblieben… aber hab ich denn nicht … recht ?
Hute Arbeite ich nur noch mit Open Source Software (openmandriva) und Windows (das ich so schnell wie möglich durch Reactos ersetzt haben möchte) das man eben unwillkürlich immer wieder mal braucht …, ansonsten… unterstütze ich eben Free und Opensourceprogrammierer soweit es mir möglich ist… eben auch mit meiner Blackysgate.de um eben zumindest mal auf zu zeigen, daß es auch anders geht ! Wenn wir alle, frei Informationen tauschen können, ohne irgendwelche Hindernisse, währe es dann nicht genauso möglich, viele Dinge schneller zu entwickeln oder auch weiter zu entwickeln … Wenn vieles nicht durch Lizenzen oder Geldmitteln zurückgehalten wird…
Man hat es gesehen beim Sprung in die Zukunft, hier in Deutschland … in Sachen Software-„Piraterie“, ansonsten würden wir heute immer noch mit manuelle Drehmaschinen und Zirkel herum hantieren…
Ich seh es an meinen Vater(81), der als technischer Zeichner arbeite am "Reißbrett " , heute wird alles über Computer gemacht… warum, weil es sich entwickeln „durfte/konnte“ und selbst die Firmen „geklaute“ Software benutzten ! Und sich jetzt hin zu stellen… „ich habe mich geändert“ macht die Sache nicht viel besser, eher viel schlechter, denn damit unterstützt man, daß vieles nur weiter Kommerziell behandelt wird und daß Lizenzen, die eine richtige Zusammenarbeit wirklich begünstigen könnten, an dieser stelle eher begünstigt werden, als Open Source Lizensen.
Das mal soweit… zum bösen Software verteilen… aber ich weis, das war ja nicht sooo gemeint…
Das war eher… ich möchte unterstützend mitwirken gemeint, ja dann… bitte, Open Source Software und nicht Software mit geschlossenen Lizenzen… Wenn helfen, dann bitte am richtigen Fleck !
so, jetzt les ich mal weiter :slight_smile: (schade, daß man nicht editieren kann :slight_smile: egal… dann eben drunter … wenn nötig )

liebe Grüße
Blacky

Kommentar von Anarcho:
Gerade durch die steigenden Möglichkeiten des Selbstverlags steigt die Zahl der Publikationen immer mehr an. D.h die Konkurrenz der Autoren untereinander nimmt zu.

Unter kapitalistischen Marktbedingungen ist es daher schwer ein ausreichendes Einkommen zu erzielen. Zumindest für die Masse der Kreativen.

Kommentar von Hans:
Wenn aufs Teilen von Software und Content sogar der wirtschaftliche Fortschritt in Deutschland zurück zu führen ist, ist ein Pirat (was auch immer das genau sein soll) dann eigentlich nicht nur Teiler, sondern sogar Teilchenbeschleuniger. Danke dafür, denn sonst würden wir hier immer noch Brieftauben verschicken, vermute ich. Die Hardware, die teilt ein Pirat sicher auch, oder? Vielleicht sollten sie das mal wieder häufiger machen, dann geht´s auch mit den Computerherstellern wieder aufwärts.

Kommentar von Stefan Herwig:
„Was Sie da bei den LAN Parties beschrieben fällt m.E. größtenteils unter die Privatkopie und die ist geregelt.“

@XB Liebiger:

Nein die Privatkopie darf nur von Originalen gezogen werden. Eine Kopie von einer Kopie fällt nicht unter „Privatkopie“, und bei den LAN-PArties die ich kenne, wurden fast immer nur ganze Harddrives getauscht, bzw. etwas selektiver fremde Harddrives durchforstet…

ich war mal auf einer mehrtägigen LAN-Party im Ruhrgebiet, da hat jemand mehrere CDs vin mir angeboten. Ich habe ihm dann die CDs im original mitgebracht, als Geschenk, und ihm gesagt, er solle sich nicht mit Kopien abgeben, und die Urheber bedenken, die vom Verkauf leben. Der Typ ist fast im Boden versunken vor Scham, hat sich zehnmal bedankt, aber es war ihm vor allem peinlich, auch wenn ich versucht habe nicht (oder kaum) zu moralisieren.

Fazit: Die wissen schon dass das alles illegal ist, aber solange sie niemandem in die Augen sehen müssen, ist es nahe am „perfect Crime“. Aber es ist eben kein „Victimless Crime“.

Das sieht man auch hier:
https://www.indiegogo.com/projects/unsound

Ist schon interessant, wie einige Leute es schaffen, sich jahrelang in die Tasche zu lügen.

SH

Kommentar von Lars Sobiraj:
Wenn in einem LAN in Windeseile Gigabyteweise Stuff ausgetauscht wird, hat das mit einer Privatkopie nichts mehr gemeinsam. Da schaufelt (mehr oder weniger) jeder jedem alles auf die Festplatte. Nur ein Beispiel: Wie willst Du einen noch nicht als Blu-Ray/DVD verfügbaren Camrip als Privatkopie anbieten? Das geht gar nicht.

Kommentar von morgenstern:
„Warum soll alles, was er im kreativen Prozess für sich und seine Familie geschaffen und in materielle Münze umgewandelt hat, nach seinem eigenen Tod vogelfrei werden?“

Wer sagt denn das? Selbstverständlich kann er wie jeder andere, was er in materielle Münze umgewandelt hat, vererben. Was hat das mit Schutzfristen für Immaterialgüter zu tun?

Kommentar von XB.Liebiger:
Sorry, das wäre unpräzise.
Ich ging einfach davon aus, dass derjenige tatsächlich das Original hat.
Und in meiner idealen Welt hat er das auch nur an Leute weitergegeben, die er tatsächlich kannte.
Aber klar, Kopie der Kopie ist nicht Privatkopie.
Danke für den Hinweis, völlig richtig.

Kommentar von Blackcrack:
es gibt durchaus „Open Source“ Hardware, auch schon Autos sowie
Open Source Drucker Auch 3D Printer gibt es als Open Source und Telefone. Natürlich muß man das Material zum Bauen Zahlen, auch Computer Hardware aber auch Open Source Hardware gibt es in Form von Handy Innereien, Grafikkarten und so weiter… Diese Bauanleitungen werden durchaus unter Freien Lizenzen behandelt … wie Creative Commons und die GPL oder andere Lizenzen, die auf das Teilen der Sourcen ausgelegt sind. Und wenn es möglich ist, greift man auf Hardware zurück, die man selbst formen kann, als Privat Person, unten in der werkstatt oder als Firma in eigener Herstellung, die dann das Produkt billiger anbieten können und dadurch es auch Leuten manche Sachen möglich macht, im realen leben, die sich das eben nicht wirklich leisten könnten. Oder im Ausland, Länder, die darauf angewiesen sind und somit dann manche Sachen machen können, die eben ansonsten nicht wirklich gemacht werden hätten können gäbe es nicht Dinge, die auf Open Source eben basieren. Auch das lernen, ich denke da an die OpenSource Laptop oder OLPC-Laptops … An dieser stelle könnte man so viele Beispiele bringen… aber ich möchte jetzt nicht wieder so einen Megatext schreiben :wink:
liebe Grüße
Blacky

Kommentar von Blackcrack:
andererseits, heute iss auch nicht gestern, früher war das eher in richtung, was du hast den „Berg nich, ach, komm, da schieb ich dir rüber“, aber heut zu tage, gibt es Möglichkeiten, Statt kommerziellen Sachen, auch freie Sachen zu verwenden, mal von den filmen ab gesehen… Klar, Camrip iss camrip im Kino, aber das iss ein anderes Thema, wir sprechen hier von Bücher und Wissen… aber andererseit z… Halte ich mich bei Filmen auch dezent im Hintergrund… wie war das mit dem Stein g Aber Heute , sollte man eher Free und Open Source herum reichen, denn Kommerzielle Softz, haben wir zu genüge gesupportet, heute braucht man keine Werbung mehr für Softwarebenutzung machen, heute kommt es auf echtes sharing an, Software, die man auch legal teilen darf und soll. und da, stehe ich voll dahinter… in dieser heutigen Zeit ! Das, sollte man auch unseren kindern nahelegen, das darf man und soll man auch machen… aber ich weis, Anrüchiges und verbotenes ist eben auch ein bißchen Magnet… Aber warum sollte man sich selbst in Gefahr begeben, wenn es auch legal geht … das sollten wir unseren Kindern bei bringen…
liebe Grüße
Blacky

Kommentar von morgenstern:
„die Privatkopie darf nur von Originalen gezogen werden. Eine Kopie von einer Kopie fällt nicht unter “Privatkopie”,“

Das ist anscheinend Interpretationssache:
https://anwalt-im-netz.de/urheberrecht/privatkopie-im-urheberrecht.html#xcopy

Kommentar von Matthias Wenzel:
Der Aspekt des „in die Augen schauen“ fehlt natürlich online. Aber nicht vollständig. Das kann man, gerade als Autor, gut über den direkten, virtuellen Kontakt ersetzen. Chats/Nachrichten über soziale Netzwerke, E-Mails, Foren oder sogar über Kommentare wie hier werden heutzutage doch eher als „persönlicher“ Kontakt wahrgenommen. Man sieht die andere Person zwar nicht, aber es sind immerhin die persönlichen Worte, die übers Netz geschoben werden. Das macht viel aus.

Ich habe nicht gesagt, das Dan Brown dank Raubkopien eine Marke wurde. Ich sagte, es wurden Marken zu seinen Büchern etabliert, die sie so groß machten, das es genug Käufer gibt, um den Anteil/Verlust durch Raubkopien weniger schmerzhaft zu machen.

Auch bei den LAN Parties von Privatkopien zu reden, da muss ich wiedersprechen. Wenn ich mir damals auf so einer Party einen Film oder eine MP3 vom Rechner eines anderen heruntergeladen habe, hat das mit Privatkopie nix zu tun. Zumal es zum damaligen Zeitpunkt noch keine konkreten Regelungen zu Privatkopien gab, die kamen erst in Folge der breiteren Kopiererei. Das war damals (zum Glück für mich heute) oft noch Grauzone.

Mit dem Respekt ist das so eine Sache. Ich kann die Arbeit eines Menschen respektieren, aber seine Rechte nicht. Wenn mir die Arbeit überhaupt nicht gefallen würde, würde ich sie mir ja auch kaum runterladen. Wobei es da draussen sicher viele gibt, die eher eine Sammler-Philosophie verfolgen, keine Ahnung. Ich kann da nur von mir ausgehen. Deswegen bezahle ich heute für alles. Der Aspekt des „Unterstützens“ ist dabei wahrscheinlich ohnehin wichtiger, als der des „Bestrafens“. Aber wer hat den Satz „Dafür gebe ich doch kein Geld aus“ noch nie gehört? „Das nehme ich höchstens geschenkt.“

Das schlechte Gewissen ist allerdings wohl wirklich nicht zu unterschätzen. Ich wage zu behaupten, dass ohne die entsprechende Gesetzgebung und das Gewissen, eine Plattform wie iTunes nie so einen Erfolg gehabt hätte.

Kommentar von Matthias Wenzel:
Was Blackcrack anspricht, ist schon nicht ganz falsch. Ich habe mal was über den „Microsoft Effekt“ gelesen. Windows hätte nie so einen riesigen Marktanteil erreicht, wenn es nicht so einfach zu kopieren gewesen wäre. Meiner Meinung nach wurde sogar mit Absicht deswegen von Anfang an auf jeglichen Kopierschutz verzichtet.

Selbst heute ist es noch relativ einfach, ein Windows auf mehreren Rechnern zu installieren und zu aktivieren, Product Key hin oder her. Microsoft macht es denkbar einfach.

Das funktioniert aber nur bei wirklich „großen“ Referenzprogrammen. Es ist wie überall. Die Masse macht´s.

Atari ist übrigens ein gutes Gegenbeispiel, Blacky. Denen haben die Raubkopien beinahe das Genick gebrochen. (Sicher, es kamen auch noch fragwürdige/schlechte wirtschaftliche Entscheidungen hinzu, aber die Kopien waren ein großer Faktor). Bei den Millionen, die heutzutage in Spielentwicklung gesteckt werden/werden müssen, kann man es sich einfach nicht leisten, wenn 50% der Spiele illegale Kopien sind. Ich erinnere mich da an deren letztes großes Spiel, alone in the dark, wo ein Ruck durch die Spielepiraten-szene ging. Alle großen Gruppen hatten sich verpflichtet, es nicht zu cracken und alle gamer aufgerufen, sich das Spiel zu kaufen, wenn sie es haben wollen, um Atari zu retten. Die sind sich ihrer wirtschaftlichen Macht also völlig bewusst.

Da griff der von mir angesprochene „Unterstützer“ Gedanke. Atari wurde als wert empfunden, gerettet zu werden. Leider weiß ich nicht, was im Endeffekt dabei herausgekommen ist, das werde ich später mal googeln.

Aber ich rede eben auch vom „kleinen“ Unternehmer, bzw. eben speziell als selbstverlegender Autor. Ich habe den riesigen Vorteil gegenüber einem Verlag, kein „Overhead“ finanzieren zu müssen. Ich bin eine ein-Mann-Band und kann deswegen mein Buch zu beinahe Schleuderpreisen anbieten und verdiene trotzdem noch genug daran. Aber wenn die Hälfte meiner Leser das Buch geklaut statt kopiert hätten, hätte ich jetzt nicht die Möglichkeit gehabt, diesen Artikel zu schreiben oder hier zu kommentieren. Dann wäre mein Experiment „vom Schreiben leben“ schon vorzeitig gescheitert und es wäre ein Hobby geblieben.

Die 100 Autoren sind übrigens eine Dunkelziffer und die Schätzung ist schon ein paar Jahre alt. Ich persönlich gehe dank Erfahrungsberichten anderer Autoren davon aus, das es heute vielleicht 2 oder 3 Mal so viele sind, die meisten davon wohl Selbstverleger, die ja dank Amazon Kindle Direct Publishing und Konsorten bis zu 70% Netto-Tantiemen einstreichen können. Verlagsautoren können davon nur träumen, dort geht man von 5-12% Tantiemen vom Endverkaufspreis aus, die aber auch erst fällig werden, wenn der Vorschuss wieder eingefahren ist.

Aber um es nochmal zu betonen: „Davon leben können“ heißt nicht „reich werden“. Nicht mal „bequem leben“. Wie gesagt. Einstiegsgehalt für einen Handwerkergesellen. Wollte ich mehr verdienen, wäre ich Netzwerk- und Systemadmin geblieben. Aber das ist nicht mein Traum. Schreiben und Geschichten erzählen schon.