ImageBanana wegen Kinderpornos nicht mehr erreichbar

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Kommentar von Itsy Bitsy Spider am 18.01.2017 18:02:
Bereits im November habe ich darauf hingewiesen, wie unprofessionell und unseriös imagebanana.de und das betreibende Unternehmen agieren (https://tarnkappe.info/imagebanana-bild-hoster-wieder-aktiv/#comment-69532).

Dass nun Festplatten beschlagnahmt werden, setzt dem Ganzen nun die Krone auf. Wie schlecht und unklar muss diese Anzeige bitte geschrieben worden sein, dass sich die Polizei dazu veranlasst gesehen hat, Beschlagnahmungen vorzunehmen?

Nun liegen also zig Festplatten mit einigen kinderpornografischen Bildern bei der Polizei in Sachsen. Und auf den Festplatten sind sicher auch Bilder und Daten von anderen Nutzern gespeichert, welche sich nun sicherlich freuen, dass ihre Daten nun auch Bestandteil von Ermittlungen geworden sind. Wer weiß, wer da nun bald Post von der Polizei bekommt, weil da vielleicht falsche Rückschlüsse zwischen vorliegenden IP-Adressen und den Kinderpornos gezogen wurden. Oder einfach, weil es ein paar Zufallsfunde auf den Platten gegeben hat, weil sich jemand mit Joint fotografiert hat oder so.

Allein aus Datenschutzsicht hätten diese Beschlagnahmungen vom Anbieter verhindert werden müssen. Aber wie ich bereits im November geschrieben habe, wird bei imagebanana.de der Datenschutz ohnehin nicht so ernst genommen.

Das es auch anders zu gehen scheint, beweist picload.org. Vor ein paar Monaten hat der Dienst (ebenfalls mit deutschem Impressum) einen Transparenzbericht veröffentlicht ), aus dem hervorgeht, wie viele Anfragen sie von Behörden in den letzten Jahren bekommen haben. Ebenfalls steht in dem Bericht, dass sie selbst mehrfach Anzeigen unter anderem wegen Kinderpornografie erstattet haben - und das scheinbar ohne das danach Server oder Festplatten beschlagnahmt wurden. Vielleicht sollte man dort mal anfragen, wie die das anstellen.

Kommentar von ImageBanana.com am 18.01.2017 21:09:
IMAGEBANANA.COM = Bei der nächsten Polizeidienststelle wurde die Kinderpornografie gemeldet.
Die Beschlagnahmung wurde wie folgt begründet: Man wolle weitere Spuren des Uploaders der Kinderpornografie ermitteln und sicher stellen. Ob hierbei direkt Festplatten beschlagnahmt werden müssen sei dahin gestellt, und fanden wir ebenfalls nicht wirklich begeisternd… Ebenfalls sei hinzuzufügen, das es sich bei den betroffenen Platten um keinerlei Nutzerdaten handelt sondern lediglich einem Webserver. Wir gehen davon aus, das die Arbeit von Behörde zu Behörde unterschiedlich funktioniert, und entsprechendes Know-HoW somit verschieden ist. Ein dahin gehendes Fehlverhalten sollte damit zeigen, das ggf. schon morgen die Platten zurück sind, und der Betrieb weiter gehen kann. Fehlverhalten in Sachen wie Kinderpornografie dulden wir nicht, aus diesem Grund erfolgte eine dementsprechende Meldung. Auch in den früheren Jahren gab es immer wieder einmal Anfragen durch das BKA, jedoch wurden noch nie Festplatten beschlagnahmt. Wir bitten dies zu entschuldigen und danken dennoch für dein Feedback.

Kommentar von Stef am 18.01.2017 23:18:
Man man, immer diese Polizei Sachsen, ganz frei nach Motto: Wir beschlagnahmen euren Platten, wir zerstören die Dienste, uns ist egal

Kommentar von Lars „Ghandy“ Sobiraj am 18.01.2017 23:47:
Ehrlich gessagt kann ich das Vorgehen der dortigen Polizei nicht nachvollziehen. Nach Aussage der Betreiber haben sie ja in den letzten Monaten vollumfänglich kooperiert. Warum aber gibt es kein externes Backup? Wieso glaubt man, dass die beschlagnahmten Platten so schnell wieder verfügbar sein werden. Meine Hardware wurde erst nach ca. 9 Monaten zur eigenen Nutzung freigegeben. Auch in Sachsen wird man einige Zeit für die Auswertung in Anspruch nehmen, das ist leider ganz normal.

Kommentar von Itsy Bitsy Spider am 19.01.2017 12:36:
Danke für die Stellungnahme, ImageBanana. Ein paar Unklarheiten bleiben danach aber immer noch:

  1. Wenn die beschlagnahmten Festplatten zu einem Webserver ohne Nutzerdaten gehören, warum ist der Dienst dann nicht schon längst wieder online? In Zeiten von billigen Servern (eure eigene Aussage im letzten September) sollte euer Dienst doch so redundant ausgelegt sein, dass ein Ersatzgerät oder zumindest Ersatzfestplatten unmittelbar zur Verfügung stehen müssten. Immerhin habt ihr…

  2. … eine unendliche Haltbarkeit der Bilder garantiert, abgesehen von Wartungsarbeiten. Der Ausfall seit nun fast drei Tagen ist aber keine Wartungsarbeit, wie ihr selbst auf eurer Site schreibt.

  3. Was darf man euch unter Berücksichtigung von 1. und 2. also überhaupt noch glauben?

Ich habe gestern mal per E-Mail bei abload.de, pic-upload.de und picload.org angefragt,

  • ob sie aktiv nach Rechtsverletzungen wie Kinderpornografie suchen,
  • ob und wie sie Meldungen von Nutzern nachgehen, wenn diese Bilder Straftaten wie Kinderpornografie darstellen,
  • ob sie in den beiden Fällen eine Meldung an die Polizei schicken,
  • ob und welche Anfragen sie von der Polizei erhalten und wie sie diese bearbeiten,
  • ob es bereits zu Beschlagnahmungen kam und wie damit umgegangen wurde und
  • ob ich die Antwort veröffentlichen darf.

Auf die Antworten von abload.de und pic-upload.de warte ich noch. picload.org hat mitten in der Nacht geantwortet, aber wünscht die Veröffentlichung des Mailverkehrs nicht. Dennoch möchte ich die Antwort von picload.org zur „präventiven Missbrauchsbekämpfung“ (so nennen sie die Maßnahmen) in (mehr oder weniger) eigenen Worten wiedergeben:

  • Hochgeladene Bilder werden stets als vertraulich und privat behandelt.
  • Von Nutzern gemeldete und als Rechtsverletzung eingeordnete Bilder werden in verschiedene Prioritäten eingeteilt. Umso schwerer die Rechtsverletzung, je höher die Priorität. Kinderpornografie bekommt die höchste Priorität mit weiteren schweren Straftaten gemäß dem StGB.
  • Das Team von picload.org sucht nicht aktiv nach Rechtsverletzungen.
  • Prüfsummenfilter versuchen zu verhindern, das bekannte rechtsverletzende Bilder erneut auf picload.org hochgeladen werden.
  • Wenn ein Nutzer durch das hochladen eines Bildes aus der Priorität „schwere Straftaten“ aufgefallen ist, prüft eine Software alle weiteren hochgeladenen Bilder dieses Nutzers nach verschiedenen bekannten Mustern und meldet dem Team diesen Vorgang zur weiteren Bearbeitung.
  • Wenn Bilder schwere Straftaten im Sinne des StGB darstellen, wird Strafanzeige bei den zuständigen Behörden erstattet, im Fall von Kinderpornografie beim SO43 des Bundeskriminalamts.
  • Als deutscher Dienstanbieter ist picload.org durch verschiedene Gesetze (§113 Abs. 4 TKG, §17 G10-Gesetz, §258 StGB) zur Verschwiegenheit über das Auskunftsersuchen von Behörden verpflichtet, um auszuschließen, dass laufende Ermittlungen gefährdet werden. Die Anzahl der Ersuchen bis 2015 wurde in einem Transparenzbericht statistisch aufgearbeitet ). Die Zahlen für 2016 werden voraussichtlich Anfang Februar veröffentlicht.
  • Es wird mit dem SO12 und SO43 des Bundeskriminalamtes kooperiert, ohne dabei den Datenschutz der eigenen Nutzer zu vernachlässigen. Eingehende Ersuchen werden auf die formelle Korrektheit geprüft und entsprechend bearbeitet oder abgewiesen. Die Bearbeitung von korrekten Ersuchen erfolgt auf eine mit dem BKA und dem Datenschutzbeauftragten von Thüringen abgestimmte standardisierte Form.
  • Es kam noch zu keinen Beschlagnahmungen.

Dass die Antwort so ausführlich ausfällt, hat mich überrascht. Das nenne ich vorbildlich und sehr transparent. Auf die Antworten der beiden anderen Dienste bin ich sehr gespannt.

ImageBanana.com, wollt ihr vielleicht auch Stellung beziehen?

Kommentar von Itsy Bitsy Spider am 20.01.2017 15:04:
Die Stellungnahme von ImageBanana ) hinterlässt bei mir nur Verwunderung:

„Die jeweiligen Uploads waren extrem, um dies aus der Sicht eines Betrachters auszudrücken, weshalb wir uns Intern entschieden, dies zu melden, um dem betroffenen Kind irgendwie helfen zu können.“

Kinderpornografie sollte in jedem Fall gemeldet werden und nicht erst nach Absprache, wenn alle Beteiligten die Bilder/das Bild angegafft haben.

„Aufgrund das die Anordnung durch die Staatsanwaltschaft veranlasst wurde, waren ebenfalls auch dem Rechenzentrum die Hände gebunden, weshalb eine Herausgabe sich nicht vermeiden ließ.“

Da ist sich scheinbar jemand seiner datenschutzrechtlichen Pflichten nicht bewusst. Eine solche Beschlagnahmung/Herausgabe darf grundsätzlich nur auf Anordnung eines Richters durchgeführt werden. Der Staatsanwalt muss die Maßnahme bei dem zuständigen Richter beantragen und darf nur bei „Gefahr in Verzug“ die Anordnung selbst treffen, muss diese aber im Nachhinein durch einen Richter legitimisieren lassen. Da die Meldung nach den Angaben von ImageBanana jedoch mehr als 24 Stunden bzw. 7 Tage her war, sollte keine Gefahr in Verzug mehr gegeben gewesen sein. Ergo waren euch bei dieser staatsanwaltlichen Anordnung nicht die Hände gebunden!

„Die kompletten letzten 5 Jahre haben wir noch nie eine solchen Vorfall erlebt wie diesen. Durch Hauseigene Server sowie ein funktionierendes Image Hosting der letzten Jahre wollen wir unseren Standort weiterhin in Deutschland beibehalten.“

In den letzten fünf Jahren seit ihr 2,5 Jahre nicht online gewesen, habt ihr das schon vergessen?! Echt beeindruckend, wie ihr versucht euren Dienst als super toll hinzustellen, der noch nie offline war.

„Über mehrere Master (Haupt)Server werden eure Uploads auf verschiedenste Unterserver verteilt, bzw. gespeichert.“ „Aufgrund das einer der Hauptserver außer Betrieb gesetzt wurde, konnten restliche Server nicht mehr arbeiten,“ „Das gleiche auch für unsere Webseite.“

Hier wird den Nutzern schon wieder ein Bär aufgebunden. Wenn das System doch angeblich so redundant ausgelegt ist, warum habt ihr es nicht geschafft das Fehlen dieses einen Servers zu kompensieren? Angeblich seid ihr doch ein so großes Hosting Unternehmen mit einem eigenen Rechenzentrum, da wird doch noch die ein oder andere Festplatte rumliegen, um den Server wieder in Betrieb zu nehmen. Oder sogar der ein oder andere Server rumstehen, um den fehlenden einfach zu ersetzen?!

Der Text stinkt nur so vor Rechtschreibfehlern - ich kenne Personen die kurz nach einem schweren Schlaganfall besser geschrieben haben. Es ist ja nicht zu viel verlangt, eine Rechtsschreibprüfung mal über den Text drüber laufen zu lassen. Oder vielleicht hat ja einer der vielen Mitarbeiter mehr als nur die Note 5 in Deutsch und könnte den Text mal Korrektur lesen.

Ich kann nur eindringlich vor ImageBanana warnen! Legt eure privaten Bilder nicht in die Hände von solchen Amateuren, die euren Datenschutz mit Füßen treten!

Kommentar von Beerbaer am 20.01.2017 17:48:
Und ich kann nur empfehlen Kommentare die von dir kommen gar nicht erst zu lesen, da sie eh keinen Sinn ergeben…

Kommentar von Itsy Bitsy Spider am 20.01.2017 20:16:
Was ergibt keinen Sinn?

Dass die Seite zwei Tage offline war, obwohl doch angeblich so viele Server an dem Projekt beteiligt sind?

Dass ImageBanana.com zwischen Anfang 2014 und August 2016, also 2,5 Jahre, nicht offline war?

Dass die Stellungnahme lauter Rechtschreibfehler beinhaltet, obwohl doch angeblich so viele Mitarbeiter an dem Projekt und in dem Unternehmen arbeiten und von denen niemand einen Text Korrektur lesen kann?

Also die Stellungnahme(n) von ImageBanana ergeben sicher weit weniger Sinn.