Hassgrüße aus dem Netz

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Kommentar von Lars „Ghandy“ Sobiraj am 28.04.2016 10:09:
Brodnig sagt im Video-Interview, es wäre in den letzten Monaten aggressiver im Netz geworden. Ich weiß nicht. Ist es nicht vielmehr so, dass das Flüchtlingsthema einfach sehr zu hitzigen Diskussionen neigt und die Leute indirekt zu Flames anstachelt? Auf der Straße sagen viele Menschen ja auch Dinge bei denen klar ist, dass sie darüber nicht eine Sekunde nachgedacht haben. Anders läuft das im Netz leider auch nicht. Von daher ist eigentlich alles beim Alten geblieben, oder?

Kommentar von Manfred Krejcik am 28.04.2016 12:45:
Wie Zara im Rassismusreport seit Jahren dokumentiert, hat hier zu Lande vor allem das Flüchtlingsthema die Frequenz an Postings steigen lassen. Aber es gibt andere Beispiele wie zum Beipspiel „#aufschrei“, wo ein FDP-Politiker einer Journalistin eine Bemerkung zu ihrer Kleidung machte und dies eine Feminismusdebatte inklusive Shitstorm ins Leben rief. In USA sind dies schon mal Diskussionen zum Waffengebrauch, wenn wieder eine Schule, ein Kino oder ein Einkaufszentrum von einem Attentäter viele Menschen zu schaden kam. Dann hat das amerikanische Höchstgericht die Gleichsetzung von Homosexuellen mit Heterosexuellen in punkto Ehe oder wie bei uns in Österreich das Recht auf Verpartnerung Recht gesprochen. Das hat vor allem in ultrakonservativen Kreisen zu hohen Wellen geschlagen, als eine Beamtin weigerte einem homosexuellen Paar die gesetzlich legitimen Forderungen nachzukommen. Aktuell ist es die Präsidentschaftswahlen in der USA wegen Hillary Clinton versus Trump, der wegen seiner Äußerungen sehr stark polarisiert. In Österreich sorgt der Wahlausgang der Bundspräsidentenwahl am letzten Sonntag für ein hohes Aufkommen an Emotionen in den Postings.

Dann gibt es noch den arabisch-sprachigen Teil von sozialen Netzwerken, speziell im nahen Osten, wo derzeit in Syrien der Krieg tobt von mehreren Konfliktpareien. Da kommt es von der Tonalität her noch etwas extremer als wir das kennen. Da werden Menschen an den Pranger gestellt, die nach den Urheber dieser Postings Fahnenflucht begangen haben oder als Terroristen einer der Konfliktparteien denunziert werden. Die Wahrheit dahinter bleibt meist auf der Strecke.

Fazit: Nein es ist ein Phänomen der Flüchtlingskrise, sondern es eine neue Qualiät unserer Zeit, dass Menschen ein Bedürfnis haben sich öffentlich mitzuteilen. Das ist nicht neu seit es soziale Netzwerke gibt, sondern gab es immer schon und nannte sich Stammtisch. Nur hatte der Stammtisch in einem Lokal nicht die Reichweite wie in einem sozialen Netzwerk.