EU einigt sich auf Urheberrechtsreform

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Einige Urheber jubeln schon:

Pressemitteilung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e. V.

EU-Urheberrecht: Börsenverein begrüßt Abschluss der Trilog-Verhandlungen

Gestern haben sich die EU-Mitgliedsstaaten und das Europäische Parlament im Rahmen der Trilog-Verhandlungen über die EU-Urheberrechtsrichtlinie geeinigt.

Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels:

„Mit der Einigung der Mitgliedsstaaten und des Parlaments im Trilog sind wir auf dem Weg zu einem modernen und fairen Urheberrecht einen wichtigen Schritt vorangekommen. Die Verhandlungen zur EU-Urheberrechtsreform wurden in letzter Minute abgeschlossen. Nun kann die Richtlinie immer noch in dieser Legislaturperiode des Europäischen Parlaments verabschiedet werden. Wir bedanken uns bei den Verhandlungsführern, dass sie sich in dem langwierigen Prozess so intensiv für konstruktive Lösungen eingesetzt haben. Für die deutschen Verlage ist die Richtlinie essentiell, weil sie die Grundlage dafür schaffen kann, dass Verlage wieder an den Ausschüttungen der Verwertungsgesellschaften beteiligt werden können.“

Der Rechtsausschuss und das Plenum des Europäischen Parlaments sowie der Ministerrat müssen der Richtlinie in den nächsten Wochen zustimmen. Sie muss spätestens bis Mitte April beschlossen werden, um noch vor der Europawahl im Mai verabschiedet zu sein.

Frankfurt am Main, 14. Februar 2019

Irgendwann geht es wieder zu dezentralen P2P-Netzwerken ĂĽber, wenn urheberrechtlich geschĂĽtzter Kram verteilt werden soll.

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Die Piratenpartei ruft gemeinsam mit den Partnern der #Saveyourinternet Kampagne am 23. März zu europaweiten Demonstrationen auf.

Ob diesmal mehr als 40 Personen kommen werden? Mit dem Thema Urheberrecht kann man die Leute leider nur schwerlich dazu bewegen, auf die Straße zu gehen…

Ich will dazu jetzt auch mal was sagen. Als langjähriger, mittlerweile schon ergrauter “Raubmordkopierer”.

DaĂź die Verlage ihren Arsch retten wollen, kann ich gut verstehen. FĂĽr viele Medienunternehmen geht es rapide bergab. Das liegt daran, daĂź das Internet in den letzten Jahrzehnten viel bewegt hat und sich der Medienkonsum durch allzeit ĂĽberall verfĂĽgbare Inhalte verlagert hat.

Das ist aus Konsumentensicht eine tolle Sache. Aber aus Urhebersicht natürlich nicht. Wenn ich mir überlege, wieviel Schwachsinn man Mitte/Ende der 90er noch ertragen mußte, um an Inhalte zu kommen, dann ist das heute tatsächlich ein Garten Eden. Videos gab’s nicht, die ersten MP3s tauchten auf, Pornobilder natürlich auch. Schon damals wurde geklaut und Software gecrackt. Das war 'n bißchen fummelig manchmal, man mußte teilweise selbst in den Programmcode reingehen und rumwurschteln. Aber es ging.

Wenn ich mir anschaue, wieviele urheberrechtlich geschĂĽtzten Inhalt bei YouTube for free zur VerfĂĽgung stehen, dann staune ich nicht schlecht. Ich denke, das wird nicht mehr so bleiben. Was interessant ist, wird wieder in die altbekannte Grauzone zurĂĽck wechseln mĂĽssen.

Ich kann verstehen, daß User mit wenig Erfahrung dazulernen müssen, um weiterhin ihre geliebten Filme und Serien zu kommen. Aber es ist unumgänglich. Oder sie zahlen halt.

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@Adelphi - Sehe das im Prinzip genauso…

Die heutige “Internet-Generation” ist vieler Hinsicht verwöhnt! Soll heissen, man erhält “noch” viel Information für wenig oder am besten für “null” Cent. Viele denken bereits mit Zahlung ihrer VDSL-Gebühr das alles inklusive ist. Ist es aber nicht.

Leute von Heute sind gut im Nehmen, sobald etwas zur Zahlung oder jemand sich einbringen soll, tauchen die ab, und suchen sich andere Portale. Undank ist des Welten Lohn.
Versuche seit längerer Zeit für ein Forum Leute zugewinnen oder zur Mitarbeit zu bewegen.
Es ist einfach nur sehr, sehr schwer…

Natürlich wird es immer Leute wie @adelphi und @anon70871975 geben, die wissen wie man die “Hebel” richtig ansetzen muss, um ein gewünschtes Ergebnis zu bekommen… :grinning:

Denke auch, das Youtube in Zukunft “anders” wird.

Ich denke, im Grunde genommen wird sich bei YouTube vor allem der Kostenfaktor von den Rechteverwertern hin zum Plattformbetreiber selbst wandeln. Wer als Rechteinhaber bisher wollte, dass seine Sachen durch einen Filter laufen (so wie RTL z.B.), der musste die Urheberrechtsverletzungen entweder manuell melden oder YouTube für den proaktiven Uploadfilter bezahlen. Ja, die gab’s schon vor der Abstimmung, schon lange übrigens.

Was bei YouTube an Schwarzkopien verfügbar ist, ist nicht feierlich. Darüber haben wir schon mal vor Jahren berichtet, daran hat sich auch nichts geändert.

Warum wollen alle alles für lau haben? Weil wir bei den meisten Anbietern mit unseren Daten und unserem Nutzungsverhalten zahlen und dafür nicht unseren Geldbeutel öffnen müssen. Wer das dann plötzlich haben will, muss etwas echt Gutes anbieten, wie Netflix beispielsweise. Ansonsten zahlen die Leute nicht. Für DRM-verseuchte Ware mit MP3s sowieso schon länger nicht mehr - und das ist auch gut so!!!

Ist halt Geschmackssache, Ghandy. Netflix spricht mich gar nicht an. Aus dem Superhelden-Alter bin ich längst raus. Und die 3 Filme, die ich bisher von denen gesehen habe, waren ganz nett, aber auch nur Standard-Ware. Dafür bezahlen würde ich eher nicht.

Aber wie gesagt: Geschmackssache! Vielleicht auch eine Sache des Alters! Ich ziehe mir vielleicht wenn’s hochkommt noch 10 MP3-Dateien im Jahr. Weil mich mehr nicht mehr interessiert. RAP und Gezappel lassen mich völlig kalt. Ich bin vorgestern im eDonkey-Netz (!!!) auf Shaun Cassidy “Hey Deanie” getroffen. Da ging mir das Herz auf. Die Single hatte ich mal in den 70ern. Sofort runtergeladen! Ansonsten schwirre ich im Usenet rum. BitTorrent konnte ich hingegen noch nie so richtig leiden. Und die One-Click Hoster schon gar nicht.

Auch die Leute, die heute noch Netflix konsumieren, sind vielleicht in 20 Jahren davon nur noch angeödet. Weiß ich nicht. Ich finde nur, daß man sich ein wenig lächerlich macht, wenn man für ein freies Internet protestieren möchte, in Wirklichkeit aber nur Content für lau haben will. Ehrlich, da schweige ich lieber und hole mir das Zeugs und genieße. Und ja - das kostet eventuell ein wenig Nerven. Aber hey - das Risiko ist es wert!

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Netflix ist einfach zu bedienen, läuft auf vielen unterschiedlichen Geräten, kann auch mit Dritten in anderen Städten geteilt werden, die bei einem anderen Internet-Anbieter sind. Außerdem gibt es eine reichhaltige Auswahl an Filmen. Ob die alle so meinen Geschmack treffen? Nein, sicher nicht. Aber das Geld ist es auf jeden Fall wert. Ich habe keine Sorgen mit möglicher Schadsoftware (wie bei manchen Streaming-Portalen), muss mir keine Abzocke-Werbung anschauen etc. etc. Das meine ich halt.

Update:

Piratenpartei kritisiert Bruch des Koalitionsvertrages im EU Rat

Nach einer nichtöffentlichen Debatte zur Urheberrechtsreform im Rat heute in Brüssel, hat sich die deutsche Regierung für den aktuellen Entwurf ausgesprochen, der damit eine Mehrheit hat.

Julia Reda, Europaabgeordnete der Piratenpartei, ist verärgert:

“Mit diesem Bruch des Koalitionsvertrages verspielt die Große Koalition das Vertrauen einer gesamten jungen Generation von Wählerinnen und Wählern. Die Proteste gegen Uploadfilter und Leistungsschutzrecht werden am 23. März noch größer werden. Justizministerin Barley hat bei der Entgegennahme von fast 5 Millionen Unterschriften gegen die Reform am Montag zwar auf Druck von der CDU/CSU verwiesen, aber letztendlich das Ja zu Uploadfiltern im Rat mitgetragen. Jetzt ist es am Europaparlament, auf die Bevölkerung zu hören und diese Reform zu stoppen!”

Daniel Mönch, Politischer Geschäftsführer der Piratenpartei ergänzt:

“Es ist ein Skandal, dass die Bundesregierung dieser Reform gegen die federführende Ministerin und gegen den verabschiedeten Koalitionsvertrag zustimmt. Dieser erneute Bruch des Koalitionsvertrags ist ein fatales Signal an die Wähler, deren Vertrauen hier missbraucht wird. Ein solches Vorgehen, gerade auf europäischer Ebene, ist dem europäischen Gedanken nicht würdig.”

Welche der jungen Leute interessiert sich fĂĽr SPD/CxU?

Tja, aber was willste denn überhaupt wählen?

…ich sag mal so: nehme dir ein paar würfel. würfel eine zahl und vergleiche diese mit der tabelle welche alle parteien zum inhalt hat, die du vorher per zufallsprinzip an einer bestimmten position gelistet hattest.
wähle die partei, die an der ausgewürfelten position steht. denn nach dem math. zufallsprinzip würdest du dann eher eine partei deiner eigenen meinungsvertretung finden, als durch politische recherche! :wink:

mal ernsthaft…barley sagte zu ihrer entscheidung (quelle:watson):
Deutschland könne die Ausgestaltung so einer europäischen Richtlinie nicht alleine bestimmen, sagte Barley. “Das ist ein ständiges Ringen zwischen den Interessen der Mitgliedsstaaten.” Aus Sicht der Ministerin wäre es “fatal”, wenn die nun vorgelegte Richtlinie wegen der Diskussionen um Artikel 13 im EU-Parlament keine Mehrheit erhielte - denn dann “würden wir ohne eine Reform des europäischen Urheberrechts dastehen”.

aber genau dieser gegenspruch wäre doch demokratische politik at its best gewesen! wenn artikel 13 nicht im deutschen interesse gewesen wäre, dann wäre es halt so gewesen…man muß halt nur einmal den mut haben, dies zu vertreten! denn wenn die mehrheit der mitgliedsstaaten in der eu davon ausgeht, dass dieses gesetz zwar gut ist, aber nicht komplett ausgereift, dann muss man halt eine neue version erstellen oder es fallen lassen!
es geht hier nämlich nicht darum, ob wir immer alles für “lau” haben wollen…

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ANONYMOUS gibt seit ca. 3 wochen wieder lebenszeichen von sich…und zwar im bezug auf die Artikel 11 und 13 (urheberrechtsreform)!
in den letzten jährchen war es ja relativ ruhig geworden um das kollektiv. aber in den letzten wochen gab es vermehrt wieder aktion / reaktion derer, die sich für ein freies internet einsetzen! siehe dazu hier:

https://youtu.be/KBDmN2NRz_s

und

https://twitter.com/AnonNewsDE

und nicht zuletzt hier

https://pastebin.com/Ud4hBpJa

°°