eCall: uns droht Dauerüberwachung

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Kommentar von Anon am 01.04.2018 12:00:
Wenn der (datenschutzaffine) ITler zum Autoschrauber wird…

Kommentar von Anon am 01.04.2018 13:16:
Datenschutz durch eine „Verordnung“ ist kein wirksamer Schutz.

Mikro, Modem und GPS sind ab sofort verbaut. Damit ist schon mal der Stollen gegraben, um den Datenschatz zu heben.
Eine kleines Software-Update regelt irgendwann den Rest.

Nach 15 Jahren der Planung jetzt mit Menschenleben zu argumentieren ist doch ein schlechter Scherz. Da bringt ein Tempolimit auf Autobahner mehr.

Kommentar von master_blaster am 01.04.2018 13:43:
Jaja tief verankert im System ^^

Kommentar von Mauzi am 01.04.2018 18:37:
Zu Anfang, dachte ich auch „klasse Sache“. Wenn man irgendwo in der Pampa einen Unfall hat, wo alle jubel Jahre mal Jemand vorbei kommt. Wird einem geholfen.
Aber…,
umso mehr ich mich mit diesem Thema befasst habe, um so tiefer ich mich in diese Materie eingelesen habe, um so übler wurde mir.
Wie sehr wir jetzt schon per Smartphone ausspioniert werden. Und welche Mittel die Industrie jetzt schon einsetzt um uns auszuspionieren, ohne unser aller Wissen.
Das Schlimme ist dabei, wir werden im Unklaren gelassen.

Kommentar von am 01.04.2018 19:41:
Wird Zeit sich nen „untergrund“-Mechatroniker zu suchen, der unerwünschte Systeme bis zur nächsten Überprüfung lahmlegt :wink:

Kommentar von Ichbins am 02.04.2018 15:45:
Die Grundidee ist ja noch ganz gut, aber leider sehe ich hier sehr viel Missbrauch. Muss sich ja nur einer in die Daten eines Wagens hacken, dessen Besitzer er beklauen will:

„Super, Familie Meier ist im Urlaub, der Wagen ist laut Ortung in China! Max, da steigen wir jetzt ein!“

Kommentar von Ein anonymer Leser am 15.04.2018 21:43:
Zu Deinem eCall Artikel möchte ich Dir ein paar technische Daten geben, da ich für einen Hersteller für Leitstellentechnik arbeite und einen Einblick in die Funktionsweise habe und in letzter Zeit diese System testen und ausrollen musste. Wie Du Dir sicher vorstellen kannst, möchte ich in diesem Zuge anonym bleiben, für Dich aber transparent, damit Du nachprüfen kannst das ich real bin.

Der eCall funktioniert über eine ganz normale GSM Verbindung, die beim Aufbau zuerst einen XML Datei übermittelt, die per Datenübertragung für den Voice Channel übermittelt wird. Der Disponent in der Leistelle kann jederzeit einen neuen Datensatz anfordern, der einfach die XML Datei nochmal über den Kanal überträgt. Wenn man auf der Leitung direkt mithört, erkennt man das daran das, wie bei alten Modemzeiten merkwürdige Geräusche kurzzeitig zu hören sind. Da diese Verbindung über einen normalen GSM Kanal aufgebaut wird, kann jeder diesen Datensatz mitschneiden, der die Zelle belauschen kann.

Generell sind in den Fahrzeugen einfach GSM Modul integriert, die die Funktion übernehmen und die Daten aus der Bordelektronik zusammen ziehen. Sie speichern diese Daten, je nach Hersteller, über einen Zeitraum ab. Zwar kann man von der Leistelle darauf nicht zugreifen, es gibt aber Überlegungen diese Daten, ähnlich eines Fahrtenschreibers bei einen Unfall mit heran zu ziehen. Das geht auch schon bei modernen Autos, die ja sogar die G Beschleunigungsdaten usw. aufzeichnen. Doch diese Daten sind immer Hersteller spezifisch im System verankert, während diese Daten an einer definierten und in einer klaren Definition vorliegen. Zumal dieser Speicher vom dem GSM Modul aus zu erreichen sein muss.

Die Spezifikationen für diese Daten sind alles andere als modern, zum Beispiel liegt die Zeitangabe nicht als UTC oder reiner Zeitstempel vor, sondern muss in Sekunden nach dem 01.01.1970 vorgehalten werden. Wie Du Dich sicher noch erinnern kannst, hat das was mit dem Millennium Bug zu tun, mir konnte aber keiner sinnvoll erklären warum das so gemacht werden muss.

In Punkto Datensicherheit, ist da nix. Wer Zugriff auf dieses System erlangt, kann sofort die Mikrofone nutzen und die Fahrzeugdaten über diese Vorgabe abfragen. Leider konnte ich nicht testen, ob man von der Leitstelle diesen Teilnehmer zurückrufen kann und somit die Verbindung auch von der anderen Seite aktivieren kann. Da ich nächste Woche bei einer Leitstelle bin, werde ich das mal in die andere Richtung testen.

Kommentar von am 16.04.2018 12:42:
Cool, danke!
Bin gespannt was bei der anderen Seite herauskommt.

Leider kein Aprilscherz: Da große Teile dieses Artikels von Mauzi (aka Josefine bzw. Claudia) abgeschrieben wurden, erhielt ich gestern deswegen eine E-Mail vom tatsächlichen Autor. Wir haben uns gütlich auf seine Namensnennung & eine Verlinkung einigen können. In der Folge habe ich 90 weitere Beiträge löschen müssen.

Warum? Der nächste Autor oder Verlag wird mir sicher keine so nette E-Mail, sondern eine teure Abmahnung (mit Recht übrigens!) schicken. Das Risiko gehe ich nicht ein.