E-Book-Piraterie: Bonnier-Verlagsgruppe wirft DRM über Bord

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Kommentar von Tempelherr am 25.06.2015 09:36:
Ich bin ein bisschen stolz, weil ich das Piper (gehört zu Bonnier) vor einem guten Jahr anlässlich einer Umfrage unter den eigenen Autoren vorgeschlagen habe. Schöne Sache das.

Kommentar von Esther am 25.06.2015 10:57:
Naja, es war schon schwer nicht zu lernen, wie man den Kopierschutz entfernt. Das stand auch schon in Computerzeitschriften aus dem Supermarkt, vom Internet ganz zu schweigen. Das musste man schon machen, wenn man z.B. die Silbentrennung von calibre nutzen oder zwischen Block- und Flattersatz wählen wollte. Wenn das entfällt, ist schon einmal ein erheblicher Anreiz zum Kopierschutz-Entfernen weg.

Auf den Kampf gegen die Piraten bin ich gespannt. Mehr als Marktverschiebungen haben solche Aktionen bisher noch nicht bewirkt und ich wüsste nicht, was dieses Mal anders sein sollte.

Eine Kulturflat - mit der man auch Bücher legal und für einen Pauschalpreis herunterladen könnte - stelle ich mir schwierig vor. Das wird spannend, wenn der Marktanteil von Ebooks zunimmt und illegale und halblegale Anbieter folgen. Wenn man den Bücherklau nicht eindämmen kann, muss man eben notgedrungen Wege suchen, bei denen die Autoren und Verleger zu ihrem Geld kommen. Ob das dann eine Kulturflat ist - die die Schwarzmärkte sofort austrocknen würde - oder ein attraktiveres Bibliotheksmodell wird sich zeigen.

Kommentar von skreutzer am 25.06.2015 11:20:
Ob denn Soft-DRM-Identifikatoren vor Gericht belastbare Indizien sind? Was passiert bei entwendeten E-Book-Dateien, die dann jemand anderes als der Käufer illegal weiterverbreitet? Was passiert, wenn jemand die Identifikatoren fälscht, zumal einfach zwei Dateien gedifft werden können, um selbige und evtl. das dahinterliegende Verfahren herauszufinden?

Um die Kulturflatrate auszuschütten, braucht man gar nicht die tatsächliche Nutzung überwachen, sondern kann die Nutzer mit anonymisierten Einmal-IDs über ihre liebsten Werke abstimmen lassen.

Kommentar von Esther am 25.06.2015 16:22:
Wenn ich richtig informiert bin, hat es noch keinen Prozess gegeben, bei dem der ursrpüngliche Käufer belangt worden wäre.

Daran hat wahrscheinlich auch niemand Interesse. Was wäre mit der Oma, die ihrem Enkel ein Buch schenkt, das der Enkel verleiht und von irgendeinem Dritten in eine illegale Tauschbörse gestellt wird? Was ist mit dem Tauschen unter Kindern? Es würde mich andererseits sehr wundern, wenn Piraten nicht auch mit einem Wasserzeichen zurechtkämen.

Ich denke eher, es geht auch beim Wasserzeichen darum überhaupt noch ein Unrechtsbewusstsein aufrechtzuerhalten - ohne ehrliche Kunden so weit einzuschränken wie es beim harten Kopierschutz war.

Kommentar von Sawasdee am 06.08.2015 16:29:
Folgende beiden Fragen stelle ich mir (unter anderem):

  • Warum ist ein eBook nicht deutlich günstiger als sein auf Papier gedrucktes Pendant?
  • Warum darf man Papierbücher verschenken, verleihen, verkaufen, eBooks hingegen nicht?

Kundenfreundlich ist das ganze noch nicht mal annähernd, sondern „eBook Industriefreundlch“.

Sawasdee

Kommentar von Klett-Cotta Verlag wirft DRM über Bord:
[…] Schon letztes Jahr setzen neben einigen großen Unternehmen auch diverse kleine und mittlere Verlage auf digitale Wasserzeichen statt auf den Einsatz von hartem Kopierschutz. Klett-Cotta gab nun bekannt, man habe damit „noch rechtzeitig vor Weihnachten“ rund 850 digitale Ausgaben der eigenen Bücher auf weichen Kopierschutz umgestellt. Von der Umstellung betroffen sind auch die Werke von Imprints Tropen und Hobbit Presse. In Kürze sollen noch einige wenige Ausgaben nachgereicht werden, „bei denen das rechtliche Einverständnis für die Abschaffung des harten Adobe DRM vom Urheber noch nicht vorliegt“. […]