Die Flatrate von Amazon und die Buchpiraten - ein Kommentar

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Kommentar von matt:
Wenn ich das mit amazon richtig verstanden habe, heißt Flatrate lesen, das lesen in der Cloud.
-also kein runterladen und speichern des Ebooks. Ich glaube das viele das Ebook das sie gekauft.
Haben auch besitzen wollen und nicht nur das Recht des lesens immer wieder bezahlen wollen

Kommentar von Eduard:
Ich bin mir nicht sicher, ob ich das richtig beurteile, aber „früher“, wo Bücher und Musik noch analog waren, hatten auch Menschen mit wenig Erfolg die Chance mit ihrer Kunst zu überleben. Heute geht das eigentlich nur noch über den Eigenvertrieb ohne Flatrate, aber wer kennt einen dann, wenn man nicht im Katalog der grossen zu finden ist? Am Beispiel von Spotify und meinem eigenen Verhalten sehe ich, das ich weder Musik kaufe oder illegal runterlade. Es gibt alles umsonst. Mit Musik oder Literatur Geld zu verdienen war schon immer schwer, aber die Wahrheit ist doch: Wer richtig gute Qualität produzieren will, benötigt dafür Zeit und Energie und das setzt voraus, das man sich zumindest Wohnung, Brot und Butter kaufen kann.

Ich bin grundsätzlich gegen Flatrates, weil sie dem Konsumenten suggerieren, das einzelne „Kunstwerk“ ist im Grunde nichts mehr wert, obwohl dort oft viel Zeit, Liebe und Hingabe investiert wurde.

Kommentar von Nucknuck:
Nach einer Phase der gegenseitigen Zerfleischung und der teilweisen Zerstörung des Alten wird es Flat (Leseclubs gab es schon zu tiefsten Analogzeiten und diese wurden damals auch massiv angegangen), Kauf (E- und Analog-Book) sowie unerlaubte Vervielfältigung (*) nebeneinander her geben (also nichts neues im Westen).
Es werden allerdings nicht wenige auf der Strecke bleiben. Ob Amazon letztendlich unter denen ist, die übrig bleiben ist abzuwarten.
Ich habe aktuell einige neue Lehrmittel von Langenscheidt zwischen die Finger bekommen und muß sagen, die sind ziemlich pfiffig. Solche durchaus inovativen Angebote (in Kombination analog/digital) kann man nicht einfach mit billig billig oder gar durch Indies realisieren.
Also, auch die ach so angestaubten Verlage, machen sich Gedanken und bekommen was hin.
Eine Flat wäre aber aus Sicht der anvisierten Zielgruppe wünschenswert und sinnvoll, nur Amazon wird das sicher nicht leisten können und wollen und die Verlage scheinen das Potenzial da noch nicht zu erkennen.
Auf der anderen Seite ist es eigentlich praktisch egal, ob ich eine Flat über 10000 oder 1000000 Ebooks im Belletristikbereich habe. Ist das Buch was ich gerade lesen will nicht dabei, ist sie für die Katz. Anzunehmen ist das die Amazon Ebookflat aufgebläht ist mit Heftereihen und Indietiteln die eh keiner lesen will und hier die Magie der großen Zahlen auf den Konsumenten wirken soll.
Was will ich mit dem obigen Absätzen ausdrücken? Ob eine Flat nützlich oder schädlich ist, den Untergang des Abendlandes nach sich zieht oder die Rettung der (lesefähigen) Menscheit zur Folge hat, hängt vom angebotenen Produkt(en) ab. Auch ist diese einseitige Fixierung auf Ebooks nicht zielführend. Analoge Medien haben auf jeden Fall ihre Berechtigung.
Die klassischen Anbieter müssen es halt bald mal auf die Reihe kriegen, mit den neuen Gegebenheiten zurechtzukommen und nicht immer nur jammern (vor allem sollten sie den Börsenverein beerdigen).

(*)
SB`s Forum wird unter einer Amazon Flat sicher nicht leiden, da es was er macht zwar verboten ist (es damit Spaß macht) und der illegale Buchclub dem er vorsteht, gerade dafür sorgt, das man die nur rein theoretische Möglichkeit hat (praktisch müßte man zehntausende Jahre alt werden und ab jetzt keine neuen Geschichten mehr geschrieben werden dürfen) immer und überall, ohne Kontrolle und Restriktionen auf seinen Lesestoff zugreifen zu können.
Die künstliche Kastrierung welche denn digitalen Medien angetan wird, wird sozusagen geheilt.

Kommentar von PeterLustig:
Natürlich wird eine Flat kommen. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass Amzon Deals mit den Verlagen hinbekommen wird. Diese werden eher dazu übergehen eigene Angebote auf die Beine zu stellen.

Bastei hatte es ja auch schon mal angekündigt: https://www.lesen.net/ebook-news/bastei-luebbe-ebooks-viel-lukrativer-als-print-11162/

Allerdings ist da bislang nichts dabei rausgekommen. Wird aber mit Amazons Plänen sicher eine Beschleunigung erfahren …

Ich denke wir werden die Verlage - jedenfalls die großen - nicht so schnell verlieren. Die kleinen werden unglaublich leiden und wir werden erleben, welche Nischen existenzfähig bleiben …

Kommentar von Lanzi:
Also eine Flat bei Amazon würde wohl in erster Linie Indibücher bedeuten, die gibt es durch eigenartige Werbemethoden die den armen Autoren verkauft werden, schon heute für absolut kostenlos! Und soll mir dies Bücher von Verlagen mit Lektorat und Korrektor verleiden? Natürlich nicht! Ich nehme auch keine Verlagsbücher als eBooks und für Lau, wenn schon in der Beschreibung Grammatikfehler sind. Sorry, Schreibfehler kann ich selber machen. Kurz und gut, nein Verlage wird es immer geben, weil es immer solche Snobs wie mich geben wird, die nicht jeden quatsch der als Buch daher kommt lesen möchten.

Kommentar von er:
„Das Lesen von E-Books ist etwas völlig anderes als das Lesen von Papierbüchern. So weit zum Grundsätzlichen.“
Einspruch: Das Lesen ist das Gleiche, nur das Besitzen und Auswählen was anderes.

Ansonsten glaube ich nicht an eine Flat, jedenfalls nicht für Neuerscheinungen. Flat vielleicht für die Backlogs und Neuerscheinen werden qua Kickstarter-Varianten finanziert, die Autoren machen ihr Geld über Präsenz, wie andere Künstler auch.

Durchschnittsautoren werden weniger verdienen, Bestsellerautoren auch, die besseren Autoren werden gleichgestellt sein und die Kunden/Leser werden in der Summe Milliardenbeträge sparen, die für andere Dinge eingesetzt werden können. Insgesamt ein riesiger Wohlstandsgewinn - und Amazon wird sein Geld mit Kleidung, Schuhen und Elektronik machen.

Kommentar von er:
Nicht unbedingt:

Kickstarter:
Goal 50.000 $ - ich schreibe mein Buch
5$ Du erhölst das Buch
15$ ich erwähne dich im Nachwort
50$ Ich schicke dir eine vorabfassung und ein gedrucktes exemplar
500$ ich besuche dich und lese für dich und deine freunde aus dem buch
1000$ dir wird das buch gewidmet

stretchgoal I 70.000 $
ein professioneller lektor korrigiert das buch

stretchgoal II 75.000 $
professionelles setzen + coverdesign

usw. usw.
anders als heute zugegeben - aber die qualität braucht nicht zu leiden und die interaktion autor leser erfährt eine enorme verbesserung.

der ganze verlagsoverhead verschwindet.

Kommentar von martha:
Ich hab soviel Mist auf Amazon gesehen, dass ich Indibücher grundsätzlich nicht mehr kaufe. Dafür ist mir meine Zeit zu schade. Vielleicht wenn aus dem Indi ein Autor geworden ist, aber so wie es jetzt bei Amazon läuft ist es bitter.