Amazon - mit der Brust zur Wand - Kommentar von Spiegelbest

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Kommentar von Esther:
Wenn ich es richig verstanden habe will Amazon Verlagsbücher verleihen. Eine kümmerliche Leihbücherei mit Indie-Autoren gibt es bereits - das soll sich jetzt ändern.

Esther

Kommentar von Spiegelbest:
Zur Info: https://www.spiegel.de/netzwelt/web/kindle-unlimited-informationen-zu-amazon-buchflatrate-fuer-9-99-dollar-a-981854.html

Kommentar von tja tja:
Spiegelbest kann von anderen Artikeln abschreiben mit der Note, Hass gegen Amazon und Hass gegen „Ey das ist meins“. Du klaust immer noch Bücher und trittst die Autoren, in dem du deren Sachen kostenlos als Spenden Forum im Netz anbietest. Was unterscheidet dich von Amazon als Vertriebsplattform und anderen Verlagen? Du bist doch selbst der Drache der Bücher anzündet, um zu beweisen wie Mächtig du sein willst. Irgendwann wird der Börsenverein dich schon bekommen und dann werden wir sehen was für ein Würstchen du bist.

Kommentar von Lanzi:
Bloß keine Indis auch nicht kostenlos! Verlagsbücher sind wenigstens im Regelfall korrekturgelesen!

Kommentar von Nucknuck:
Ich finde der Artikel ist etwas verschwubelt geschrieben.
Darum mal mein Frontbericht inklusive Lagebild:

Amazon wird auch mal anfangen müssen Geld zu verdienen.
Damit meine ich nicht nur Geld am Fiskus vorbei zu bunkern, sondern an die Anteilseigner auszuschütten.
Für mich sehen die aktuellen Maßnahmen (*) dieser Firma so aus als ob da alles in allem irgendwas nicht mehr rund läuft und sie nun auf Krampf versuchen dieses Ziel zu erreichen. Mal schauen wie das ausgeht (ich sehe das ergebnisoffen).
Es wäre natürlich hart, sollte da am Ende eine Isolvenz stehen und die Kindle Leser ihre Accounts verlieren (Flat hin oder her, weg ist weg, wenn man schön artig war und nicht gealft hat). Sollte es dazu kommen, wäre Amazon nicht die erste große Firma, die sang und klanglos über Nacht verschwindet (nur dürfte das Echo und die Empörung massiver sein).
Einzig die „Kunden“ von SB und Co hätten dann auf das richtige Pferd gesetzt :Grins.

Diese Amazon Buchflat wird vermutlich von fast allen Verlagen boykottiert werden (eventuell ziehen die eigene auf, Fachbuchverlage machen das zum Teil schon) und nur mit Indies ist das nur was für Fans „spezieller“ Literatur.
Fakt ist aber auch das Verlage und etablierte Autoren so nicht weitermachen können (*1).
Selbst bei einem Wegfall des Angstgegners Amazon würden sie direkt mit den allein in deutsch ca 100000 + X Ebooks konkurrieren die so durch das Netz schwiren. Aus meiner Sicht ist das für die das größere, weil nicht zu lösende Problem, da nicht rückholbar und weil die Nutzer ja nur maximal 80 Jahre Zeit haben um Bücher zu lesen (nebenbei noch arbeiten müssen usw usw).
Sollte erstmal der Trend aufkommen, schön sortierte Calibre-Biblioteken (schön alles mit Covern und Schlagwörtern, sowie oft auch mit Kurzbeschreibungen und Bewertungen) zu tauschen, hätte jeder das Vollsortiment zuhause und das mit ähnlichen Komfort wie Amazon oder LUL.to dieses bieten (bloß halt noch mehr für lau und noch bequemer ohne jede Kontrolle und Gängelung > Stichwort BicBucStriim, als dies bei LUL der Fall ist). Sozusagen das ultimative Complete-Paket der Ebooks (und Comics) ohne DRM.
Da wird vermutlich nur der mithalten können, der die Aufmerksamkeitsökonomie perfekt beherrscht und Blockbuster wie Harry Potter der breiten Masse bekannt macht und mit sowas ein-/zweimal im Jahr Kasse macht (das muß man gelesen haben um mitreden zu können).
Eine Lösung für Verlage wären eventuell medienübergreifende Angebote (Bücher mit augmented reality, crossover mit Comics und Computerspielen/Internet usw) aber das ist teuer und man kann nicht abschätzen ob und wie der Kunde dies annimmt. Diese Formate wären allerdings schlecht zu piratisieren, weil an physiche Medien gebunden also ein Lichtblick für die klassischen Verlage.
Aus meiner Sicht sollte man damit bei Kinder und Jugendbüchern beginnen und über Schulbücher (wo ich auch einen massiven Nutzeffekt dieser Techniken sehe) den Rest an sowas gewöhnen.

(*) Kampf an allen Fronten > Verlegung von Logistikzentren in Länder mit niedrigeren Löhnen (damit sind längere Lieferzeiten vorprogrammiert), massive Konditionstreits mit Lieferanten (selbst auf die Gefahr das sich Kunden abwenden und bei anderen Anbietern kaufen), Anhebung von Mindestgratisliefermengen (zugegebenermaßen immer noch recht günstig), Verteuerung des Prime Programms, mehr Plus Artikel, zu erwartende Probleme mit dem Fiskus und sollten die einschlägigen Forenbeiträge substanziell richtig sein Verschlechterung des Services

(*1) Viele Verlagsangebote sind von Konzept und Inhalt sogar richtig gut allerdings können sie halt nicht mit kostenlos und fast kostenlos mithalten. Ganz zu scheigen von den Reibungsverlusten die zwischen den drei Hauptgruppen Verlag, Groß- und Versand-/Einzelhandel bestehen. In der Theorie haben die Verlage alles um Gegnern wie Amazon auf Augenhöhe begegnen zu können. In der Praxis sind sie sich selber der ärgste Feind. Ein großes Problem ist aus meiner Sicht, das die Akteure alle die selben Schulen besucht haben und sich kennen sowie oft auch schätzen. Weiter wechseln viele von denen oft von Verlagen in den Einzelhandel oder von dort in den Groß-/Zwischenhandel, da will man sich nicht unnötig gegenseitig wehtun. Diese Strukturen sind einzigartig und führen zur aktuellen Konzept- und Handlungsunfähigkeit beim Umgang mit den neuen Gegebenheiten. Die Klammer Börsenverein die alles zusammenhalten soll ist rostig und es ist nur eine Frage der Zeit bis sie ihre Funktion verliert. Jetzt schon verlassen viele Kleine dieses sinkende Schiff und kündigen die Mitgliedschaft.

Kommentar von Matthias:
Dann soll Amazon doch seine Flatrate starten. Jede Flatrate ohne Content ist nichts wert. Die Verlage und Autoren können ja nicht gezwungen werden, Ihre Bücher dafür zur Verfügung zu stellen.
Und genau mit dem Content wird die Sache dann auch entschieden.

Ich bin selber Amazon-Prime Mitglied und kann auf tausende Videos im Stream zugreifen. Ist nett, aber 95% der Sachen dort interessieren mich nicht oder haben einen längeren Bart als der Weihnachtsmann. Wenn ich einen aktuellen Film sehen möchte, muss ich dafür weiterhin bezahlen (oder ihn mordkopieren, aber das steht ja hier nicht zur Debatte).

Ich sehe da theoretisch mehrere Möglichkeiten, die eintreten können, wenn Amazon eine Buch-Flatrate anbieten sollte,

Erstens: Mangels gutem Content und hochkarätiger Autoren die teilnehmen wird das ganze ein weiterer eher „unnützer“ Prime-Dienst.

Zweitens: Wegen des günstigen Preises werden neue Autoren entdeckt, die bisherigen Top-Autoren verlieren dafür an Reichweite.

Drittens: Es passiert etwas ganz unerwartetes :wink:

Den Text von Spiegelbest finde ich auch sehr verschwurbelt. Mit Anklagen in alle Richtungen. Aber mal ehrlich, wer wie Spiegelbest glaubt so eine Ahnung in dem Bereich zu haben:

Lieber Spiegelbest, teile doch mal Deine Weisheit, wie geht es denn nun richtig?

Kommentar von Spiegelbest:
Im Bereich Film und Musik kommt Amazon zu spät. Das dürfte im Bereich Ebooks nicht der Fall sein. Was sehr schön an den Bestsellerlisten im Kindlestore zu sehen ist, wo die Verlagsautoren unter den Top100 bereits weit unterdurchschnittlich vertreten sind. Eine Ebook-Flatrate von Amazon wird eine Sogwirkung entfalten. Das werden wir nicht am Ende des ersten Tages bemerken, sondern am Ende des ersten Jahres. Nicht so statisch denken. Die Dinge sind im Fluss.

„Wegen des günstigen Preises werden neue Autoren entdeckt, die bisherigen Top-Autoren verlieren dafür an Reichweite.“

Ich denke, so wird es kommen. Aber in der Folge werden die Top-Autoren in die Flat hineingezogen, wenn sie Top-Autoren bleiben wollen. Eine Ebook-Flatrate wird langsam und auf breiter Front die Geschäftsgrundlage der Buchhändlern, der Druckereien, der Verlage, der Autorenprominenz, der Bibliotheken und des Börsenvereins (als Lobbyist) zersetzen. Sie wird nicht kollabieren, sondern zerbröseln. Wenn sie gehen müssen, weil Amazon kommt, erleben wir auf lange Sicht einen Fortschritt für Autoren und Leser.